Sonntag, 15. Februar 2009

ÖVP will nicht mehr Geld für Arbeitslose:
Kaltenegger äußert Kritik an SPö-Vorschlag

  • Zu teuer: Anhebung würde 750 Millionen Euro kosten
  • Solidarität mit Steuerzahlern steht für ÖVP höher

Nicht einig ist die Koalition bei der Anhebung des Arbeitslosengeldes. ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger äußerte sich "kritisch" zu der von Sozialminister Hundstorfer von der SPÖ erhobenen Forderung, das Arbeitslosengeld zu erhöhen. Dies allein werde nicht helfen, möglichst viele Menschen in Beschäftigung zu bringen. Er forderte eine "umfassende Strategie" mit schärferen Zumutbarkeitsregelungen.

Anders als Christ-Gewerkschafter Norbert Schnedl - der in der "Presse" für eine möglichst rasche Umsetzung von Hundstorfers Forderung plädiert hatte - verwies Kaltenegger darauf, dass die pauschale Erhöhung des Arbeitslosengeldes nicht im Regierungsübereinkommen vorgesehen sei. Sie würde mit 750 Mio. Euro pro Jahr "enorm viel Geld kosten" - und den Anreiz zur Jobsuche vermindern.

Solidarität mit Steuerzahlern
Und wenn "von der Gesellschaft und den Steuerzahlern größere Solidarität gegenüber Arbeitslose erwartet wird, ist es legitim auch Solidarität gegenüber den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern einzufordern", meinte Kaltenegger - und plädierte dafür, die "sehr großzügigen Zumutbarkeitsbestimmungen" zu hinterfragen.

Außerdem wies der ÖVP-Generalsekretär das Argument zurück, dass das Arbeitslosengeld im Sinn der Armutsbekämpfung erhöht werden sollte. Er sprach von einer "klischeehaft geführten Armutsdiskussion" - und meinte, "dass Arbeitslose in den seltensten Fällen allein auf das Arbeitslosengeld angewiesen" seien. Denn sie seien kostenlos krankenversichert, müssten keine Steuern zahlen und hätten z.B. Anspruch auf Wohnbeihilfe oder Heizkostenzuschuss oder die Befreiung von Rezept- und Rundfunkgebühren.
(apa/red)

15.2.2009 16:31