Sonntag, 15. Februar 2009

1,1 Millionen Euro Abfertigung für Ötsch? Angeblich in ÖIAG-Geheimaktion verhandelt

  • Faymann: "Es gibt keinen Anlass für Großzügigkeit"
  • Ex-AUA-Chef erhielt zuletzt 532.000 Euro pro Monat

Der Ende Jänner mit sofortiger Wirkung abgelöste Ex-AUA-Chef Ötsch wird entgegen allen Beteuerungen seine volle Abfertigung von mehr als einer Million Euro erhalten. Der ehemalige AUA-Boss werde einem Zeitungsbericht für seinen vorzeitigen Abgang "keinen Cent weniger" erhalten, als ihm rechtlich zustehe, nämlich 1,1 Mio. Euro.

Der Deal laufe laut "Österreich" in einer Geheimaktion der ÖIAG ab. Obwohl der Staat mit 41,56 Prozent der wichtigste Eigentümer der ÖIAG sei, habe den Vertrag bisher kein Politiker gesehen. Ötsch habe bis zuletzt extrem gut gepokert, hieß es im Bericht weiter. Er habe auf seine kompletten Ansprüche beharrt. Der Betrag könnte sogar noch deutlich darüber liegen.

Faymann gegen großzügiges Verhalten
Bundeskanzler Faymann sprach sich gegen ein großzügiges Verhalten gegenüber Ötsch aus: "Ich habe diese Vertragsauflösung bisher nicht gesehen, will aber unbedingt, dass sie von Juristen geprüft wird - und glaube, dass es beim Debakel, das der Herr Ötsch angerichtet hat, keinen Anlass für Großzügigkeit gibt", so der Bundeskanzler.

Zuletzt habe Ötsch inklusive erfolgsabhängiger Bezüge 532.000 Euro erhalten, hieß es im Bericht weiter. Aus dieser Ötsch-Gage ergebe sich jedenfalls die Abfertigung in Höhe von rund einer Million - inklusive variabler Gehaltsbestandteile seien es rund 1,1 Mio. Euro. Der Vertrag wäre eigentlich noch bis Mai 2011 gelaufen.

Unklar sei aber noch, ob es im Vorstandsvertrag zusätzliche Prämien-Zusagen gegeben habe, wie die Pensionszusagen aussehen und ob Ötsch Ansprüche aus Aktien-Optionen geltend machen könne. Unter dem Strich könnte es also deutlich mehr sein, so die Zeitung. Dass die AUA am Rande der Pleite stehe und nur mehr durch die Übernahme der Lufthansa gerettet werden könne, spiele da keine Rolle. Ötsch sei zumindest aus derzeitige Sicht rein rechtlich nichts vorzuwerfen.


(apa/red)

15.2.2009 14:15