Raich mit neuem Elan zurück in Val d'Isere:
Hoffnungen im RTL ruhen auf dem Pitztaler
- Soll endlich die erste Medaille für ÖSV-Herren holen
- "Lasse mich nicht zum Retter der Nation abstempeln"

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Schön langsam wird es eng für die österreichischen Ski-Herren. Nach dem schlechtesten WM-Start der Nachkriegsgeschichte bietet sich für das ÖSV-Team heute (10.00 und 13.30 Uhr/live auf news.at) in Val d'Isere die vierte und vorletzte Chance auf eine Medaille. Die Hoffnungen ruhen einmal mehr auf Benjamin Raich, dem aktuellen Leader im Riesentorlauf-Weltcup und potenziellen Retter der ÖSV-Herren-Ehre.
Nach seinem bitteren Ausfall in der Super-Kombination ist Raich am Montag kurzerhand aus Val d'Isere abgereist, um sich am Dienstag und Mittwoch mit Trainingseinheiten in Österreich (Jerzens) fürs WM-Finale in Schwung zu bringen. "Es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Wir haben auf steilen und eisigen Verhältnissen trainiert, die denen in Val d'Isere sehr ähnlich sein sollten", meinte der Tiroler nach seiner Rückkehr am späten Mittwochabend.
Solo-Training im Pitztal
Raich hatte bei seinem Solo-Training seine engsten Ski-Vertrauten um sich, nämlich seinen Bruder Florian und Florian Patsch. Dafür gesorgt, dass die Trainingspiste im Pitztal vom Neuschnee befreit wird, haben vor allem zahlreiche Schüler der Benni-Raich-Rennschule. Raichs Rückreise zur WM war dann verhältnismäßig unkompliziert, denn der ÖSV-Star düste per Privatjet nach Chambery, von wo aus die Autofahrt hinauf nach Val d'Isere nicht einmal mehr zwei Stunden dauert.
Raich hat beim Training punkto Material einiges probiert und seiner Ansicht nach das richtige Gefühl für das Rennen auf der Bellevarde-Piste gefunden. Die verpassten Medaillenchancen im Super-G (Fünfter) und in der Super-Kombi hat der 30-Jährige abgehakt. "Das ist schon lange verdaut. Die Chancen waren groß, aber ich habe ja noch zwei weitere", weiß Raich, der im Riesentorlauf und Slalom nach seiner 13. bzw. vielleicht sogar 14. Medaille bei einem Großereignis greift.
"Lasse mich nicht zum Retter der Nation abstempeln"
Die Diskussionen, dass aufgrund der Medaillenflaute noch mehr Last als sonst auf seinen Schultern ruhen würde, prallen bei Raich wie gewohnt ab. "Ich lasse mich nach wie vor nicht zum Retter der Nation abstempeln. Wenn ich das an mich ranlassen würde, wäre das ein unnötiger riesiger Druck. Ich lasse mir von Medien, Kollegen und Fans keinen Druck auferlegen. Wenn, dann mache ich mir selbst einen Druck, den kann ich dann auch kontrollieren."
Raich würde sich selbst als "Mitfavorit" im Medaillenrennen sehen, die größten Favoriten sind für ihn aber Carlo Janka, Didier Cuche, Aksel Lund Svindal, Manfred Mölgg und Massimiliano Blardone. Im Vergleich zum Slalom sieht Raich für ihn persönlich größere Medaillenchancen im Riesentorlauf, aber auch zum WM-Abschluss am Sonntag rechnet er sich einiges aus. Nicht zuletzt, weil Atomic extra für die WM einen neuen Slalom-Ski produzieren ließ.
(apa/red)
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