'Formel 1-Stimme zum Schweigen gebracht': Prüller über den ORF & seine Musical-Pläne
- NEWS: 'Gegenwind habe ich schon lange gespürt'
- Über Jugendwahn im Journalismus & seine Vorbilder

·"Bin dem ORF zu alt, zu blöd und zu teuer"
F1-Legende Prüller sauer auf ORF: IHRE MEINUNG
·Prüller verabschiedet
sich aus der Formel 1
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Prüller muss gehen
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I shall return - ich werde zurückkehren. Heinz Prüller, vom ORF-Fernsehen abservierte Reporterlegende, zitiert den berühmten amerikanischen Weltkriegshelden Douglas MacArthur. Gibt sich kämpferisch. Und verrät im NEWS-Interview mit seinem langjährigen Reporterkollegen und NEWS-Autor Michael Kuhn, wie er sich ein Leben ohne Männer, Boliden und Motoren vorstellen kann. Und sagt, warum er noch lange nicht bei der Zielflagge angelangt ist
NEWS: Deine Zwangspensionierung hat landesweit Aufsehen erregt
Heinz Prüller:
was für mich der Beweis ist, dass ich nicht ganz so schlecht war und den Geschmack des Publikums getroffen habe. Natürlich hatte der ORF das Recht, mich als Siebenundsechzigjährigen in Pension zu schicken, aber ich hätte schon noch gerne länger gearbeitet.
NEWS: Wie hast du von diesem Schritt erfahren?
Prüller: Gegenwind habe ich schon lange gespürt. Ein bestimmter Herr vom ORF hat während jeder Formel-1-Übertragung angerufen und mir mit dem Rausschmiss gedroht, wenn ich weiter G'schichten erzähle. Im Jänner bekam ich dann zwei Gehaltszettel und die Aufforderung, das Restgeld von der Kassa abzuholen. Da wusste ich, wie viel es geschlagen hat
NEWS: Fühlst du dich als Opfer eines Jugendwahns?
Prüller: Ja und nein. In Italien gibt es viele ältere Journalisten. Sie genießen das Ansehen eines Rechtsanwalts oder Notars. Der englische Reporter Murray Walker ist 80, immer noch aktiv und schrieb seine Memoiren mit einer Millionenauflage, was ich übrigens auch plane. Der Arbeitstitel steht fest: "50 Jahre Sportreporter".
NEWS: Bei Facebook im Internet hat sich ein Verein unter dem Namen "Rettet Heinz Prüller" konstituiert, mit mittlerweile mehr als 300 Mitgliedern.
Prüller: Hör ich zum ersten Mal. Ist aber wahnsinnig lieb. In der Schweiz hab ich übrigens einen Fanklub mit eigenen T-Shirts. Auch jetzt nach meiner Pensionierung haben mich Dutzende ausländische Medien angerufen.
NEWS: ORF-General Gerd Bacher war einer deiner ersten Chefs. Hast du eigentlich je ein Vorbild gehabt?
Prüller: Ja, Heribert Meisel. Meine Mutter ist einmal mit der Straßenbahn auf gut Glück zu ihm gefahren und hat ihn gebeten, sein Buch "Tor, Tor, Tor" mit einer Widmung für mich zu versehen. Er hat hineingeschrieben, und das hat mich ganz stolz gemacht: "Gewidmet meinem Sportreporter-Kollegen Heinz Prüller". Mein Vater allerdings hätte es lieber gehabt, wäre ich Werkzeugmacher geworden
NEWS: Und was dürfen wir jetzt erwarten? Du wolltest doch Musicals schreiben?
Prüller: Ganz genau. Eines wird von dem Rennfahrer Ayrton Senna handeln, das andere hat die Liebe der Menschen zu Hunden zum Thema. Ich liebe Opern, Theater, Musicals, Pop.
NEWS: Und der Motorsportreporter Heinz Prüller?
Prüller: Die Stimme der Formel 1 wurde zum Schweigen gebracht. Für den ORF war ich offenbar zu blöd und zu senil. Jetzt sondiere ich Angebote und schaue, wer in der ersten Startreihe steht. Der legendäre US-General und Kriegsheld Douglas MacArthur sagte, als er die Philippinen verlassen musste: "Ich shall return" - ich werde zurückkehren.
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