Sonntag, 15. Februar 2009

Weitere Gewalttat von Neonazis in Jena:
Brutaler Überfall auf Gewerkschaftsbus

  • Attacke mit Glasflaschen und schwerem Eisklotz
  • Opfer muss im Krankenhaus operiert werden

Neonazis haben zwei Busse mit 80 Teilnehmern einer Großdemonstration gegen Rechts überfallen, die in Dresden stattfand, und fünf Personen schwer verletzt. Ein Opfer erlitt einen Schädelbruch und muss operiert werden. Der Überfall ereignete sich am auf dem Autobahnrastplatz Teufelstal bei Jena. Bei den Opfern handelt es sich um Gewerkschafter und Mitglieder der Linkspartei.

"Die Neonazis haben unsere zwei Busse aus Nordhessen mit den Worten 'Attack Antifa' mit Flaschen und einem mehrere Kilogramm schweren Eisklotz angegriffen", sagte DGB-Mitglied Holger Kindler. Ein Kollege habe sich bei dem Angriff der 15 bis 20 Rechtsextremen nicht mehr in den Bus retten können. Er sei dann so lange gegen Kopf und Oberkörper getreten worden, bis er sich nicht mehr gerührt habe.

Schädelbruch festgestellt
Im Uniklinikum Jena sei später ein Schädelbruch festgestellt worden, der am Montag operiert werden solle. Der aus der Nähe von Schwalmstadt stammende Mann sei Mitglied der Gewerkschaft IG Bau, Agrar und Umwelt. Bei dem Angriff sei eine weitere Person aus einem anderen Bus aus dem Ruhrgebiet ebenfalls schwer verletzt worden. Drei Demonstrationsteilnehmern schlugen die Neonazis laut DGB ins Gesicht. Ein Sprecher der hessischen Linkspartei erklärte, auch mehrere Mitglieder seiner Partei seien darunter gewesen.

Die Neonazis fuhren mit ihrem Bus zunächst weiter, wurden aber schon nach 15 Kilometern von der Polizei gestellt. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Angreifern um Personen aus den deutschen Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, und Saarland sowie aus Schweden. In Dresden hatten nach Veranstalterangaben rund 12.500 Menschen aus ganz Deutschland gegen einen Aufmarsch von etwa 5.000 Neonazis in der Stadt demonstriert.
(apa/red)

15.2.2009 20:43