Von der Piste in die Reha: NEWS zeigt die häufigsten Verletzungen - und ihre Therapie
- 51.600 Skiunfälle gab's im letzten Jahr in Österreich
- Schwachpunkt Knie: Da reicht eine flasche Bewegung

Liegt es an den schnellen Carvern, die selbst ungeübte Skifahrer zu einem Höllentempo herausfordern? Oder ist unzureichende Sicherheitsausrüstung schuld? Fakt jedenfalls ist: Selten wurden auf Österreichs Skipisten so viele tragische Unfälle registriert wie in den letzten Monaten.
Unglaubliche 20.000 Opfer forderte die Skisaison bislang darunter 20 Tote. Und die Prognosen verheißen wenig Gutes: Mit bis zu 55.000 bis 60.000 Skiopfern rechnen die Experten vom Kuratorium für Verkehrssicherheit heuer allein in den heimischen Wintersportgebieten (im Vorjahr waren es noch 51.600). Damit gelten Skilaufen und Snowboarden als Sportarten mit den meisten Unfällen in ganz Österreich.
Die von den Verletzungen betroffenen Körperteile sind beim Skifahren und Snowboarden recht unterschiedlich:
- Häufigste Verletzung beim Snowboarden ist mit 55 Prozent der Knochenbruch, gefolgt von Sehnen- und Muskelverletzungen (17 Prozent) und Ausrenkungen (8 Prozent).
- Beim Skilauf betreffen 46 Prozent der Verletzungen die unteren Extremitäten wie Hüfte, Oberschenkel oder Fuß.
Am häufigsten betroffen ist jedoch das Knie: Ein Viertel der Verletzten zog sich hier Blessuren zu. Da reicht schon eine falsche Drehbewegung, und aus ist der Spaß: Kreuzbandriss. Die meisten Personen verspüren zunächst ein Schnalzen im Knie, erklärt Artur Trost, prominenter Facharzt für Unfallchirurgie, Chirurgie und Sporttraumatologie, der 2004 Skistar Hermann Maier nach seinem tragischen Unfall wieder herstellte. Die Folge des Schnalzers: Oft treten Komplexverletzungen auf, bei denen neben dem vorderen Kreuzband auch der Innenmeniskus und ein Seitenband beschädigt werden. Trost: Wir Mediziner nennen das eine unhappy Triade, die nur durch eine Operation behoben werden kann. 45 Prozent der Patienten landen bei mir in den ersten 72 Stunden nach dem Unfall im OP.
Ein Riss des vorderen Kreuzbandes bedeutet für einen Skifahrer zumindest acht Wochen Reha, betont Trost,
in der intensiv an physiotherapeutischer Genesung gearbeitet werden sollte.
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