Chinesen klonen fünf menschliche Embryos:
"Therapeutisches Klonen" Ziel der Versuche
- Zur Behandlung von Parkinson, Alzheimer & Diabetes
- Anderorts solche Experimente strengstens verboten

·Geklonte Mäuse aus der Tiefkühltruhe
Folgt bald Umlegung auf gefrorene Mammuts?
·Erstes Retortenbaby der Welt ist Dreißig
"Jahrhundertkind" Louise
Brown feiert Geburtstag
Chinesische Forscher haben nach eigenen Angaben fünf menschliche Embryos zu Forschungszwecken geklont. Die Gruppe um Li Jianyuan vom Stammzellforschungszentrum der Provinz Shandong hatte zwölf gesunden Frauen insgesamt 135 Eizellen entnommen und daraus die Zellkerne entfernt. Dazu verwendeten die Wissenschafter eine neue Technik, von der sie sich eine höhere Erfolgsrate versprechen.
Amtliche chinesische Medien berichteten, das Erbgut eines der fünf Klon-Embryos stamme aus den weißen Blutkörperchen eines Parkinson-Patienten. Die anderen vier Klon-Embryos stammten von Hautzellen gesunder Spender.
Therapeutisches Klonen Ziel der Versuche
Fernziel solcher Versuche ist das sogenannte therapeutische Klonen, also die Herstellung embryonaler Stammzellen mit patienteneigenem Erbgut zur Behandlung schwerer Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer oder Diabetes. Li möchte mit der Arbeit die Entwicklung solcher medizinischen Therapien voranbringen.
Dem im Fachjournal "Cloning and Stem Cells" online veröffentlichten Fachaufsatz zufolge gelang in 26 von 58 Versuchen die Verschmelzung des Spender-Zellkerns mit einer entkernten Eizelle. Neun dieser Klon-Embryos entwickelten sich bis ins 16-Zell-Stadium, fünf bis zur Blastozyste, aus der üblicherweise embryonale Stammzellen entnommen werden. DNA-Analysen hätten die Blastozysten als Klone identifiziert, schreiben Li und Kollegen.
In Deutschland Versuche streng verboten
Vor etwa einem Jahr hatten bereits US-Forscher der Firma Stemagen menschliche Klon-Embryos zu Forschungszwecken präsentiert. 2005 hatten britische Forscher einen Embryo aus einer anderen embryonalen Stammzelle geklont. In Deutschland sind solche Versuche streng verboten.
Der Südkoreaner Hwang Woo Suk hatte 2004 die ersten geklonten menschlichen Embryos für sich reklamiert und anschließend auch die ersten embryonalen Stammzellen mit krankheitsspezifischem Erbgut. Beide Arbeiten hatten sich später jedoch als Fälschungen herausgestellt. (apa/red)
