Schwere Folgen der Leichtigkeit im Weltall: Schwerelosigkeit schädigt Immunsystem
- Teil der Zellen verweigert bei Schwerelosigkeit Dienst
- Genaue gesundheitliche Folgen aber noch unbekannt

Forscher aus Zürich und Magdeburg untersuchen die gefährlichen Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Immunsystem. Die Experimente werden in Steig- und Sturzflügen mit einem Airbus A300 durchgeführt. Besonderes Augenmerk richten die Wissenschaftler auf die Zellen des Immunsystems im Gehirn.
Bei Langzeitflügen zur Internationalen Raumstation (ISS) oder ultralangen Missionen zum Mars bestehe aufgrund des gestörten Immunsystems eine ganz reale Gefahr für das Gehirn, so die Wissenschafter der Universität Zürich. Das Problem liege in den Zellen selbst, die in der Schwerelosigkeit anders funktionierten als auf der Erde. So verweigere ein Teil der Zellen in der Schwerelosigkeit den Dienst, ein anderer beginne unkontrolliert zu arbeiten.
"Direkter Flug in ein Immunproblem"
"Ohne dass Ideen existieren, wie man Langzeitflüge durch bestimmte Medikamente sicherer machen kann, fliegen wir bei jeder erdfernen Mission direkt in ein Immunproblem mit noch unbekannten Folgen für Gehirn und Körper der Astronauten", erklärte Forschungsleiter Oliver Ulrich.
Ein Team von Zürcher und Magdeburger Forschern nimmt deshalb bis zum 13. Februar an der aktuellen Parabelflugkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bordeaux teil. Dabei werden in extremen Steig- und Sturzflügen mit einem Airbus Schwerelosigkeitsphasen erzeugt, in denen die Forscher direkt an Bord ihre Experimente durchführen. (apa/red)
