Alternative Heizung mit Haien in Grönland:
Überreste landeten bisher als Abfall im Meer
- Zukünftig sollen sie in Biogas umgewandelt werden
- Rund 13 Prozent von Strom und Gas aus Haifischfett

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Die rund 2.800 Einwohner der westgrönländische Gemeinde Uumannaq könnten in Zukunft ihre Heime mit einer ungewöhnlichen Energiequelle heizen: Mit den Fettdepots des Eishais. Die Technische Universität von Dänemark (DTU) in Lyngby untersucht derzeit, wie man die Überreste der Tiere, die bis zu 50 Prozent der Gesamtabfallmenge der von Fischfang und Tourismus lebenden Gemeinde ausmachen, in Biogas umwandeln kann. Bisher werden die Haikadaver größtenteils ins Meer "entsorgt".
Diese könnten Ummannaq künftig sowohl mit Wärme als auch mit elektrischem Strom versorgen. Die Forscherin Marianne Willemoes Jörgensen bezeichnete das Haifischfett als Teil einer "umweltfreundlichen Gesamtlösung" für die Energieversorgung der entlegenen Kommune. Sie schätzt, dass rund 13 Prozent des Energiebedarfs von Uumannaq künftig mit den Haifischresten bestritten werden könnte.
Der zur Familie der Dornhaie zählende, auch Grönlandhai genannte Eishai wird bis zu sieben Meter lang und bis zu 700 Kilo schwer. Er gilt unter den grönländischen Fischern als großes Ärgernis: Die als träge geltenden Meeresräuber sind dafür berüchtigt, dass sie besonders große Mengen Fisch vertilgen und sogar noch aus den Netzen fressen. Sie besitzen außerdem ein sogar für Schlittenhunde völlig ungenießbares Fleisch. (apa/red)
