Montag, 2. Februar 2009

Steiermark greift den KMU unter die Arme:
25 Mio. Euro gegen "Kreditklemme" geplant

  • Überbrückungsmaßnahme gegen die Wirtschaftskrise
  • Internationale Unternehmen sollen angelockt werden

Die steirische Landesregierung will Klein- und Mittelbetrieben in Zeiten der "Kreditklemme" mit 25 Mio. Euro an Garantien unter die Arme greifen. Dies beschloss die Regierung auf Antrag von Finanz- und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann. Weiters soll über die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) eine Schaltstelle zur verstärkten Ansiedelung von Headquarters und Forschung und Entwicklung geschaffen werden bzw. die Steiermark in anderen Staaten als Wirtschaftsstandort zu propagieren. Die Kosten seien bereits im Doppelhaushalt 2009/2010 budgetiert.

Es sollen laut Buchmann gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice (AWS) Haftungen und Garantien in der Gesamtgrößenordnung von 25 Mio. Euro mit dem Ziel übernommen werden. "Aufgrund der Austrocknung der Kreditmärkte erhalten derzeit selbst gesunde Unternehmen oftmals nicht die von ihnen benötigten Kredite, was ihre Geschäftstätigkeit ernsthaft gefährden kann", erklärte der Landesrat. Das vorgesehene Haftungsprogramm der SFG soll in Zukunft eine Mithaftung des Landes bei Investitionskrediten ermöglichen. Dazu wurde das Wirtschaftsförderungsgesetz adaptiert.

Weiters ergreife die Steiermark als erstes Bundesland die von der EU eingeräumte Möglichkeit zur Installierung einer Dachrichtlinie "Überbrückungsmaßnahmen während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Geltungsbereich des Bundeslandes Steiermark". So können die Mitgliedsstaaten insbesondere zu erleichterten Bedingungen Zinsenzuschüsse, Kreditbürgschaften mit günstigeren Prämien, höhere Risikokapitalbeihilfen für KMU und direkte Zuwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 500.000 Euro gewähren. Alle Maßnahmen würden nur bis 31. Dezember 2010 gelten und bestimmten Auflagen unterliegen.

Auf Buchmann-Antrag wurde auch einstimmig das Modell "Headquarterconsulting" beschlossen. Ziel sei es, in den nächsten Jahren international so stark auf die Steiermark aufmerksam zu machen, dass internationale Unternehmen ihre Zentralen hier ansiedeln", sagte der Landesrat. In der SFG werde eine neue Abteilung für Standortentwicklung etabliert, mit Fokus auf Headquarters und Kompetenzzentren. Zum einen sollen die bereits in der Steiermark ansässigen Unternehmens- und F&E-Zentralen gezielter betreut und besser an den Standort gebunden werden. Zum anderen sollen jedoch auch bei Neuansiedlungen solche Zentralen in den Mittelpunkt des Bemühens rücken.
(apa/red)

2.2.2009 15:24