Wien ist Spitzenreiter bei Privatkonkursen: 30 Prozent Zuwachs bei den privaten Pleiten
- Personen stehen mit rund 50.000 Euro in der Kreide
- Große Bankendichte ist Mitschuld an Verschuldungen

Die Pleitegeier fühlen sich in der Bundeshauptstadt sichtlich wohl und ziehen ihre Kreise. Vorallem im Vorjahr waren, laut einer Statistik des Gläubigerschutzverbandes KSV, in Wien rund 30 Prozent mehr Privatkonkurse angemeldet als 2007. Die Bundehauptstadt liegt damit nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch beim Zuwachs an der traurigen Spitze unter den Bundesländern. Zum Vergleich: Der Österreichschnitt betrug 15 Prozent.
Im Jahr 2008 wurden laut KSV in der Bundeshauptstadt 3.372 Privatkonkurse eröffnet, 2007 waren es nur 2.592. Darunter befinden sich aber auch Unternehmer, die mit ihrem Privatvermögen haften mussten. Bei den "echten" Privatkonkursen betrug die Verschuldung durchschnittlich 50.000 Euro. Für den Geschäftsführer der Wiener Schuldnerberatung, Alexander Maly, sind die Zahlen keine Überraschung.
"Wien hat die größte Bankendichte, hier gibt es auch die meisten Kreditvermittler. Es werden hier in der Stadt einfach viel mehr Möglichkeiten als am Land angeboten, um sich zu verschulden", erklärte Maly. Zusätzlich seien "Leichenberge" abgetragen worden. In Wien seien die Konkurszahlen im Verhältnis zu den vergebenen Krediten bisher nämlich unterdurchschnittlich gewesen. Für 2009 rechnet er mit keiner Zunahme an Privatkonkursen.
(apa/red)

