Freitag, 6. Februar 2009

Schlechter Start für Halbleiter-Konzern: Infineon bereitet sich auf Kurzarbeit vor

  • Speicherchiptochter Qimonda macht weiter Probleme
  • Epcos meldet ebenfalls hohe Verluste und Kurzarbeit

Auch der Halbleiter-Konzern Infineon bekommt die Krise der Automobilindustrie mit voller Wucht zu spüren. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zwischen Oktober und Dezember 2008 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 28 Prozent auf 830 Mio. Euro eingebrochen, teilte der Konzern in seiner Firmenzentrale in München mit. Zwar habe sich der Wirtschaftsabschwung in allen fünf Sparten des Konzerns bemerkbar gemacht, das Geschäft mit Chips für die Autoindustrie sei wegen der Absatzeinbrüche und Produktionskürzungen bei den Autoherstellern aber besonders hart getroffen worden.

Bei Infineon Österreich werde derzeit Kurzarbeit vorbereitet, genaue Zahlen dazu gebe es noch nicht, hieß es aus dem Unternehmen. Der bereits berichtete Jobabbau sei im wesentlichen abgeschlossen, bis Ende des laufenden Geschäftsjahres 2009 (per Ende September) werden rund 300 Personen aus dem Stammpersonal sowie Leiharbeiter abgebaut. Infineon Austria mit Sitz in Villach ist in Österreich auch mit mehreren Forschungs- und Entwicklungsstandorten (Klagenfurt, Graz u.a.) vertreten.

Die insolvente Speicherchiptochter Qimonda, an der Infineon nach wie vor 77,5 Prozent hält, machte weiter Probleme. Die Beteiligung ist mittlerweile zwar voll abgeschrieben, nach der Pleite von Qimonda drohen Infineon nun aber die Rückzahlung öffentlicher Fördermittel, Forderungen von Mitarbeitern und Kartellverfahren. Für diese Fälle legte der Konzern im ersten Quartal nochmals 195 Mio. Euro zur Seite.

Hohe Verluste auch bei Epcos
Der Münchner Elektronikkomponenten-Hersteller Epcos ist wegen der Krise der Automobilbranche tief in die roten Zahlen gerutscht. Besserung erwartet der Konzern zunächst nicht. Stattdessen hat Epcos nach Angaben bereits Stellen abgebaut, um die Kosten weiter zu senken.

Das Unternehmen teilte mit, im ersten Quartal 2008/09 (Oktober bis Dezember) unter dem Strich einen Verlust von knapp 30 Mio. Euro verbucht zu haben, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 19 Mio. Euro in den Büchern stand. Der Umsatz fiel um 23 Prozent auf 282 Mio. Euro. Am größten war das Minus bei Anwendungen für die Automobil-Elektronik. Die derzeit mit starken Absatzrückgängen kämpfende Autobranche ist der größte Abnehmer von Epcos-Produkten.
(apa/red)

6.2.2009 10:33