Mittwoch, 4. Februar 2009

Bures will Geld von ÖBB-Zockern zurück:
Regressforderung bei riskanten Geschäften

  • Dem Unternehmen droht Verlust von 612,9 Millionen
  • Haben Top-Manager öffentliche Gelder verspekuliert?

Infrastrukturministerin Bures schließt nicht aus, dass es zu Regressforderungen an jene ÖBB-Manager kommt, die mit der Deutschen Bank hochriskante Spekulationsgeschäfte abgeschlossen haben. Es droht der Verlust von 612,9 Millionen Euro. In einem Interview mit dem "WirtschaftsBlatt" spricht sich Bures für die Klärung von Verantwortlichkeiten für den ÖBB-Spekulationsdeal vor Gericht aus.

Das Urteil sei ja noch nicht rechtskräftig, es werde dagegen berufen. In weiterer Folge sei natürlich noch die Verantwortung zu klären, wie es zu derart hohen Spekulationsverlusten kommen konnte, betont die Ministerin.

"Gericht muss tätig werden"
"Wenn strafrechtlich relevante Tatbestände bezüglich der Verwendung öffentlicher Mittel vorliegen, muss das Gericht tätig werden. Wenn es individuelle Verantwortung gibt, muss ein Topmanager dafür geradestehen." In einem zweiten Schritt seien laut Bures Regressforderungen "also nicht auszuschließen".

Bei der ÖBB sei in der Zwischenzeit jedenfalls sichergestellt worden, dass es künftig nicht mehr möglich sein werde, mit öffentlichen Geldern zu spekulieren. Die internen Kontrollen und Berichtspflichten seien wesentlich verschärft worden.
(apa/red)

4.2.2009 21:16