"Tango korrupti" mit den VIPs: Franz Nigl und Elmar Oberhauser schwer unter Druck
- NEWS: Wer beglich ihre Rechnungen für VIP-Loge?
- Anzeige wegen Bestechung im Umfeld des Ski-Events
Es soll nur ein halbes Grillhuhn und ein kleines Bier gewesen sein, das ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser Anfang Jänner in der Diamond-VIP-Loge am Kulm zu sich genommen haben will. Die neue Korruptionsstaatsanwalt-schaft sieht das allerdings nicht ganz so locker. Die in NEWS veröffentlichte Strafanzeige wegen Bestechung im Umfeld des Skifliegens bringt nun die Ermittlungsmaschinerie in Gang.
Am Dienstag dieser Woche lud das Büro für Interne Angelegenheiten des Innenministeriums im Auftrag der Staatsanwaltschaft den Schanzen-Organisator und VIP-Gastgeber Hubert Neuper als Zeugen vor. Zweck der Einvernahme: Die Behörde will wissen, welche Staatsmanager von welchen Firmen eingeladen waren und wer die Rechnungen in der Höhe von mehreren tausend Euro bezahlt hat.
Skandal aufgedeckt
NEWS brachte in der Vorwoche mit Auszügen aus einer Strafanzeige den Skandal ins Rollen mit ORF-Infochef Elmar Oberhauser, ÖBB-Multimanager Franz Nigl und Wellcon-Geschäftsführer Gerald Gerstbauer als Zentralfiguren. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung.
Oberhauser wies die Vorwürfe umgehend zurück. Seine Rechtfertigung wirft allerdings eine Reihe neuer, höchst brisanter Fragen auf: Oberhauser will als Vertreter des ORF beim Skiflug-Weltcup anwesend gewesen sein. Als Informationsdirektor will er sich um Details zur Errichtung einer Flutlichtanlage gekümmert haben.
Weiters will er sich nicht bewusst gewesen sein, Nutzer einer sehr teuren VIP-Einladung gewesen zu sein. Oberhauser ist Stammgast bei sehr teuren VIP-Events, etwa in Kitzbühel oder im Paddock-Club der Formel 1. Üblicherweise sind solche VIP-Bereiche räumlich von den übrigen Zuschauermassen getrennt. Man erhält Umhängekarten, Armbänder und dergleichen.
Exquisit & üppig
Die Buffets sind meist ebenso exquisit wie üppig und bieten eher Scampi oder frischen Saibling als Wurstsemmeln. Zumeist werden auch ausgesuchte Schaumweine und erlesene Tropfen in Rot und Weiß geboten. Die gepolsterten Sitzplätze sind reserviert, und statt Bierdeckeln aus Pappe gibt es blütenweiße Tischdecken aus Stoff. Elmar Oberhauser will all diese Unterschiede allerdings nicht wahrgenommen haben.
Oberhauser war bei der Veranstaltung laut ORF-Aussendung für den gesamten TV-Bereich "arbeitsakkreditiert". Seine Übernachtungskosten will er allerdings selbst bezahlt haben ungewöhnlich für einen führenden ORF-Mitarbeiter auf Dienstreise.
Da Oberhauser Amtsträger im Sinne der neuen Antikorruptionsgesetze ist der ORF steht im öffentlichen Eigentum und hat einen gesetzlichen Informationsauftrag , hat Korruptionsstaatsanwalt Walter Geyer ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach genauer Prüfung der Strafanzeige.
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