Schlägt Lindsey Vonn in der Abfahrt zurück?
ÖSV-Damen fordern den US-Skistar heraus
- Renate Götschl geht das letzte Mal auf Medaillenjagd
- Auch Anja Pärson spitzt auf den Weltmeister-Titel
Neuschnee: Abfahrts-Start auf 15 Uhr verschoben

·Götschl nimmt letztes
WM-Rennen in Angriff
"Speedqueen" diesmal
nur eine Außenseiterin
·"Goldtraum lebt, bis er verwirklicht ist"
WM-Medaillengewinnerin Fischbacher im Interview
·Goldfahrt mit Hilfe von Rot-Weiß-Rot
Vonns Sieg mit perfektem
Umfeld aus Österreich
·Kathrin Zettel stiehlt
Lindsey Vonn die Show
Niederösterreicherin kann
der Star der WM werden
Im Super-G hat sie als erste US-Amerikanerin seit zwölf Jahren einen WM-Titel im alpinen Skilauf geholt, und dabei wird sie es nicht belassen wollen: Skistar Lindsey Vonn geht in der Abfahrt in Val d'Isere auf ihre nächste Goldmedaille los. In der Rolle der Herausforderer ist das rot-weiß-rote Damen-Quartett. Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Renate Götschl und Anna Fenninger werden für Österreich an den Start gehen, um das erste Abfahrtsgold für den ÖSV seit 2001 zu holen.
Die "Piste Rhone-Alpes" ist keine klassische Abfahrt, kein einziges Gleitstück ist integriert und würde zum Verschnaufen dienen, die Fahrt wird von vielen Rennläuferinnen von oben bis unten als einziger Kampf beschrieben. Wer am besten fightet und seine technische Klasse ausspielen kann, wird am Ende um die Medaillen mitreden. Fischbacher hat sich schon gut angefreundet mit der Herausforderung, wie zwei dritte Plätze in den ersten beiden Zeitläufen zeigen.
Dabei ist die 23-Jährige in den Trainings nicht mit letzter Konsequenz gefahren. "Ich bin wieder zu weit hinten gesessen, es geht im Rennen für mich einfacher, dass ich das nicht mache", erklärte die Salzburgerin. Elisabeth Görgl hat ihren Startplatz ebenso fix haben wie Renate Götschl, das letzte Ticket eroberte Anna Fenninger.
Lokalmatadorin rechnet sich Medaillenchance aus
Anja Pärson, die als Titelverteidigerin in beiden Speed-Bewerben sowie der Super-Kombination nach Val d'Isere gekommen war und im Super-G wie Götschl ausschied, fühlt sich auf dem Berg Solaise noch überhaupt nicht wohl, dafür zählt die Super-G-Silbermedaillengewinnerin Marie Marchand-Arvier aus Frankreich, die ihren Heimvorteil genützt hat, zu den Medaillenanwärterinnen, gute Chancen werden weiters auch ihrer Landsfrau Aurelie Revillet und der Schweizerin Lara Gut eingeräumt.
Es wird aber wohl kein Weg an Lindsey Vonn vorbeiführen, die sich nur selbst schlagen kann und mit ihren Erfolgen nun langsam immer mehr auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo der alpine Skilauf bekanntlich keine Rolle spielt, auf sich aufmerksam macht. Diese Woche wurde die 24-Jährige von "USA Today" mit dem "Olympic Athlete of the Week award" ausgezeichnet. "Das ist unglaublich", konnte es Vonn kaum fassen. "Ich habe in diesem Jahr echt hart gearbeitet und habe so viel Vertrauen in mein Skifahren. Es ist cool, dass eine so große Zeitung das zu schätzen weiß."
Die Auszeichnung bekam Vonn schon vor dem WM-Super-G für ihre zwei Siege beim Weltcup am vergangenen Wochenende in Garmisch-Partenkirchen (Slalom und Super-G). Mit nun 18 Weltcupsiegen hat Vonn mit Tamara McKinney gleichgezogen, nach der WM wird sie bei den nächsten Weltcupbewerben auf den alleinigen US-Rekord losgehen. Erst will sie aber ihren großen Traum von WM-Gold in der Abfahrt verwirklichen. "Ich mag die Strecke, aber sie ist eine große Herausforderung. Es ist die technisch anspruchsvollste Abfahrt, wie wir jemals gefahren sind."
(apa/red)
