Mittwoch, 4. Februar 2009

Oldie but goldie - Cuche ältester WM-Champ: Schweizer Weltmeister löst Österreicher ab

  • Bisher hielt Stephan Eberharter den Alters-Rekord
  • "Werde wie der Wein mit den Jahren immer besser"

Mit seiner Fahrt zu Super-G-Gold hat Didier Cuche in Val d'Isere den Tiroler Stephan Eberharter als ältester Weltmeister der Geschichte abgelöst. "Bei mir ist es anscheinend wie mit dem Wein, ich werde mit den Jahren immer besser", meinte der 34-jährige Schweizer, der nach Olympia-Silber 1998 (Super-G) und WM-Bronze 2007 (Riesentorlauf) die erste Goldene seiner Karriere feiern durfte. Eberharter war bei seiner Super-G-Goldenen bei der WM 2003 in St. Moritz 33 Jahre alt gewesen.

Für Cuche stimmte in Val d'Isere einfach alles zusammen. Vor allem die gleichermaßen steile wie eisige Bellevarde-Piste kam den Vorzügen des Kraftpakets aus der Westschweiz entgegen. Während andere Athleten an ihre Grenzen stießen, war Cuche in seinem Element. "Nach einem Sieg kann man immer leicht reden. Aber ich hatte heute wirklich viel Spaß auf diesem Berg."

Glück bei der Ski-Wahl
Bereits bei der ersten Hangbefahrung am Dienstag hatte Cuche gemerkt, dass sein Schuh- und Ski-Setup für diese Verhältnisse perfekt sein könnte. Gemeinsam mit seinem US-amerikanischen Servicemann Chris Krause zermarterte sich Cuche dann am Dienstag noch mehrere Stunden den Kopf über die richtige Skiwahl. "Wir mussten uns zwischen zwei Skiern entscheiden und haben anscheinend die richtige Wahl getroffen", so der gelernte Fleischhauer, der im Weltcup seit seinem Debüt im Jahr 1993 acht Einzel-Siege und zweimal den Abfahrts-Weltcup geholt hat.

WM 2011 im Visier
Ein spezielles Geheimnis für seine Stärke auf Eis konnte bzw. wollte Cuche nicht verraten. "Es ist vor allem harte Arbeit", meinte Cuche, der gestand, dass er sich mit fortgeschrittenem Alter vor allem beim Sommertraining immer schwerer motivieren könne. Hinzu kommen Rückenschmerzen, die er jedoch "noch zwei Jahre" im Griff haben will. Das heißt, Cuche dürfte voraussichtlich noch bis zur WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen planen.

In Gedanken bei Albrecht
"Es wird immer schwerer, diesen gewaltigen Trainingsaufwand zu bestreiten. Aber wenn man dann Rennen wie in Bormio, Wengen oder hier in Val d'Isere bestreitet, dann weiß man, für was man trainiert hat." Nicht vergessen hat Cuche in der Stunde des Erfolges natürlich auch seinen Teamkollegen Daniel Albrecht, der seit seinem schweren Sturz am 22. Jänner in Kitzbühel im künstlichen Tiefschlaf gehalten wird. "Dani hätte heute genauso auf dem Podest stehen können. Ich wünsche ihm eine rasche Genesung."

(apa/red)

4.2.2009 15:37