Mittwoch, 4. Februar 2009

Vier Ski-Asse für ... keine WM-Medaille:
Maier, Kröll & Co. enttäuschen im Super-G

  • Benni Raich als bester Österreicher auf Rang fünf
  • Cuche siegt klar. Fill und Svindal auf dem Podest

Mit einer großen Enttäuschung für Österreich und dem ersten Weltmeistertitel für den Schweizer Didier Cuche ist der WM-Super-G der Herren in Val d'Isere zu Ende gegangen. Der 34-Jährige Cuche siegte mit dem Respektabstand von 0,99 Sekunden auf den Südtiroler Peter Fill und 1,02 auf den Norweger Aksel Lund Svindal. Benjamin Raich verpasste als Fünfter und bester ÖSV-Pilot auf der vor lauter Eis glänzenden "Face de Bellevarde" um nur 0,13 Sekunden eine Medaille.

Bei fairen Sicht-Verhältnissen für alle Starter legte der Gewinner von acht Weltcuprennen einen Traumlauf auf der anspruchsvollen, schwierigen Piste hin, damit gewann ein Speed-Pilot mit guten Riesentorlauf-Fähigkeiten, denn die Kurssetzung im engen Gelände bevorzugte wie erwartet vor allem die Techniker. Cuche hat lange auf den ersten großen Titel seiner Karriere warten müssen, er hatte zuvor erst eine WM-Medaille gewonnen, und zwar Riesentorlauf-Bronze 2007 in Aare.

"Hatte Spaß auf der Piste"
"Wo man taktieren musste, da habe ich taktiert, und in dem Teil, in dem man pushen musste, habe ich gepusht, ich habe das gut umgesetzt und hatte meinen Spaß auf der Piste", sagte der Mann aus Les Bugnenets, der seinem Cheftrainer Martin Rufener ein schönes Geschenk zu dessen 50. Geburtstag bereitete. Cuche sprach von einem seiner "größten Tage". Er habe am Dienstag mit seinem Servicemann noch Verschiedenes probiert und die richtige Entscheidung für den Renntag getroffen. "Man bewegt sich so am Limit - das hat man mit Dani Albrecht in Kitzbühel gesehen. Es kann top oder Verletzung sein, daher muss man im Erfolg am Boden bleiben."

Happy über die Medaille war auch Svindal, der mit der Fahrt nicht zufrieden gewesen war, aber Gas gegeben hatte. "Didier und Benni waren meine Favoriten - und einer der beiden hat gewonnen", sagte der WM-Titelverteidiger in Abfahrt und Riesentorlauf, der es weit besser gemacht hat als das Gros der Österreicher. Klaus Kröll landete auf Rang 10, Michael Walchhofer auf 13 und der durch eine starke Verkühlung geschwächte Hermann Maier wurde nur 18.. Für Österreich bedeutet das Ergebnis, dass erstmals seit 1996 in der Sierra Nevada kein ÖSV-Fahrer auf dem Super-G-Podest bei einer WM landete.

Medaille im Übergang verspielt
Raich, der Titelverteidiger Patrick Staudacher 1,46 Sekunden abgenommen hatte, vergab die Chance auf Edelmetall bei einem Übergang, als er die Linie verloren hatte. "Genau da ist es relativ schnell dahingegangen, also musste ich versuchen, auf die Linie zurückzukommen, was natürlich Zeit kostete", sagte der Pitztaler, der bereits acht Medaillen bei Welttitelkämpfen gewonnen hat, und merkte an: "Ohne Fehler wäre ich wahrscheinlich Zweiter geworden, ich habe mir nicht vorzuwerfen, ich habe Gas gegeben."

Das versuchte auch Kröll, der bei ein paar Abschnitten noch "gerader fahren hätte können, ich habe da zu wenig die Ski laufen lassen." Es sei allerdings bessergegangen, als er sich nach der Besichtigung gedacht habe, eine Medaille wäre möglich gewesen, der Sieg aber nicht. Der Kitzbühel-Sieger will das Positive in sein zweites Speed-Rennen mitnehmen. "Das war ein richtig guter Test für die Abfahrt. Jetzt weiß ich, dass ich da dabei sein werde, die Abstimmung hat super gepasst."

"Herminator" ohne Power
Nicht zu beschönigen gab es hingeben an der Fahrt von Mister Super-G Hermann Maier, der angab "im Zustand des Höhenrausches" an den Start gegangen zu sein. "Die Hochform von Garmisch war komplett weg, man sieht, wie schnell es geht. In Garmisch war ich in Topform, Sonntag bin ich flach gelegen - so schnell geht das. Ich tat mir sehr schwer, da runter zu fahren. Spritzigkeit und Power waren heute nicht vorhanden, alles war vollkommen zu von der Verkühlung", erklärte der Olympiasieger von 1998 und Weltmeister von 1999 in dieser Disziplin.

Das Rennen vor dem Start schon halb verloren hatte Walchhofer: "Zwei Sekunden vor dem Wegfahren haben sie mich zurückgepfiffen, weil sie eine Stange bei einem Tor repariert haben. Die Pause war zu lang, um auf Touren zu bleiben und zu kurz, um wieder auf Touren zu kommen. Da sind mir die Füße leider ein bisserl eingeschlafen."

Endstand:
1.Didier CucheSUI1:19,41 Min.
2.Peter FillITA1:20,40+0,99
3.Aksel Lund SvindalNOR1:20,43+1,02
4.Christof InnerhoferITA1:20,48+1,07
5.Benjamin RaichAUT1:20,56+1,15
6.John KuceraCAN1:21,07+1,66
7.Marco BüchelLIE1:21,09+1,68
8.Didier DefagoSUI1:21,10+1,69
9.Carlo JankaSUI1:21,19+1,78
10.Klaus KröllAUT1:21,20+1,79
11.Gauthier de TessieresFRA1:21,73+2,32
12.Bode MillerUSA1:21,84+2,43
13.Michael WalchhoferAUT1:21,87+2,46
14.Werner HeelITA1:21,88+2,47
15.Stefan ThaneiITA1:21,89+2,48
16.Ales GorzaSLO1:21,99+2,58
17.Patrick StaudacherITA1:22,02+2,61
18.Hermann MaierAUT1:22,30+2,89
19.Erik GuayCAN1:22,39+2,98
20.Robbie DixonCAN1:22,51+3,10
21.Adrien TheauxFRA1:22,77+3,36
22.Pierre-Emmanuel DalcinFRA1:22,84+3,43
23.Natko Zrncic-DimCRO1:23,03+3,62
24.Stephan KepplerGER1:23,11+3,70
25.Andrej JermanSLO1:23,52+4,11
26.Krystof KryzlCZE1:23,66+4,25
27.Petr ZahrobskyCZE1:23,76+4,35
28.Douglas CrawfordGBR1:23,93+4,52
29.Edward DrakeGBR1:24,15+4,74
30.Alexander HoroschilowRUS1:24,16+4,75


(apa/red)

4.2.2009 15:39