Sonntag, 8. Februar 2009

Olympiazug für Österreich abgefahren:
ÖEHV will Weg trotz Rückschlag fortsetzen

  • Unter Coach Bergström 14 Siege in 19 Spielen
  • Plus: Drei Grabner-Tore bei 5:2-Sieg gegen Japan

Ausgerechnet im ungünstigsten Moment ist die Siegesserie des österreichischen Nationalteams gerissen. Die 1:2-Niederlage gegen Deutschland trotz starker Leistung brachte das bittere Ende des Olympia-Traums, aber auch die Erkenntnis, dass man mit einer Top-Ten-Mannschaft in vielen Belangen mithalten kann. Das sollte für den zweiten Saisonhöhepunkt, die WM in der Schweiz (24. April bis 10. Mai), trotz der derzeit großen Enttäuschung auch Selbstvertrauen bringen, hofft Teamchef Lars Bergström. In Bern trifft Österreich auf Schweden, USA und Lettland.

"Das Leben geht weiter und auch das Eishockey geht weiter. Klar ist die Enttäuschung groß", sagte Bergström, der noch am Samstagabend das Spiel auf Video analysierte. "Wir haben fast dominiert. Deutschland war im zweiten Drittel dreimal im Angriffsdrittel und hat uns zwei Tore gemacht. Normalerweise gewinnst du acht von zehn solcher Partien", erklärte der Schwede, der dennoch den eingeschlagenen Weg weiter gehen will.

Denn seine Bilanz seit der Amtsübernahme im Sommer 2007 schaut nicht schlecht aus. Zuletzt gab es zehn Siege in Serie, von insgesamt 19 Partien wurden 14 gewonnen, vier der fünf Niederlagen wurden in der Verlängerung oder mit einem Tor Unterschied kassiert. "Leider war das Deutschland-Spiel eine davon. Aber wir haben uns in den vergangenen zwei Jahren immer gut präsentiert, und das, obwohl 70 Prozent der Gegner in der Weltrangliste vor uns lagen", betonte Bergström.

Schwächen aufgedeckt
Deutschland hat aber auch gezeigt, wo noch Potenzial liegt. Die Deutschen haben ihr Konzept voll durchgezogen, defensiv wenige Fehler gemacht und offensiv ihre Chancen mit ein bisschen Glück auch genützt. "Gegen solche Teams musst du defensiv extrem gut spielen und auf einem gewissen Niveau bekommst du selbst nicht so viele Chancen", analysierte Kapitän Dieter Kalt. Und ein Tor würde da eben nicht reichen. "Wir hätten geradliniger zum Tor gehen müssen, die Effektivität hat nicht gereicht. Die Leistung hat gepasst, die Enttäuschung ist deshalb aber nicht geringer. Es ist ein mental starker Rückschlag, wenn dein Traum nicht in Erfüllung geht. Wir müssen so schnell wie möglich die Kraft wiederfinden, wir haben noch andere Ziele", sagte Kalt, der im abschließenden Spiel am Sonntag sein 196. Länderspiel bestritt.

Auch der Kapitän meint, dass der eingeschlagene Kurs stimmt. "Wir müssen unser Grundlevel erhöhen. Wir haben früher immer wieder gut gespielt, hatten aber Schwankungen nach unten. Wir spielen jetzt konstant, das ist der erste Schritt, um in der Weltrangliste (aktuell 16) höher zu klettern. Wir sind auf einem guten Weg, das muss man mitnehmen", erläuterte der Ex-Salzburger, der unmittelbar vor dem Turnier zu Lulea nach Schweden, der Heimatstadt von Teamchef Bergström, wechselte.

Mit Sieg verabschiedet
Die Nationalmannschaft hat sich mit einem Sieg vom Qualifikationsturnier für Olympia 2010 in Vancouver verabschiedet. Die ÖEHV-Auswahl besiegte in Hannover Japan mit 5:2 (1:0,3:1,1:1) und sicherte sich Platz zwei. Kanada-Legionär Michael Grabner gelang ein Hattrick, die weiteren Treffer erzielten Daniel Welser (32./PP) und Philippe Lakos (49.). Das Olympia-Ticket hatten die Österreicher schon mit einer 1:2-Niederlage gegen Turniersieger Deutschland verspielt.

(apa/red)

8.2.2009 15:59