Montag, 9. Februar 2009

Premier verurteilt mutmaßliche Brandstifter
als 'Massenmörder': Bereits 171 Todesopfer

  • Australien: Ortschaften liegen in Schutt und Asche
  • Zehntausend Brandbekämpfer unermüdlich im Einsatz
    PLUS: BILDER der verheerenden Flammenhölle!

Die Zahl der Toten durch die schwersten Buschfeuer in der Geschichte Australiens ist nach Polizeiangaben auf 171 gestiegen. Es sei mit weiteren Toten zu rechnen, sagte ein Sprecher der Polizei im Bundesstaat Victoria. Angesichts mutmaßlicher Brandstiftungen sprach Australiens Premierminister Kevin Rudd von "Massenmord".

In Victoria und im benachbarten New South Wales kämpfen die Feuerwehrleute seit Tagen gegen die Flammen, die bereits mehr als 330.000 Hektar Land verschlungen haben.

Ganze Ortschaften legte die Feuersbrunst in Schutt und Asche. Etwa 750 Häuser und unzählige Autos brannten aus. Auch am Montag loderten noch rund 30 Brände in Victoria. Möglicherweise wird es noch Tage dauern, bis alle Feuer unter Kontrolle sind. Da die Windrichtung häufig nicht voraussagbar sei, würde die Lage auch in den nächsten Tage gefährlich bleiben.

Zehntausend Hilfskräfte im Einsatz
Abgebrannt sind bisher 3.300 Quadratkilometer. Das entspricht der Fläche von Hamburg und dem Saarland. Zehntausend Brandbekämpfer unterstützt von Flugzeugen und Hubschraubern sind unermüdlich im Einsatz.

Mutmaßliche Brandstifter angeklagt
Unterdessen wurden zwei mutmaßliche Brandstifter angeklagt. Nach Polizeiangaben sind sie jedoch nicht für den Tod von Menschen verantwortlich. Premierminister Rudd warf Brandstiftern vor, sich des Massenmordes schuldig zu machen. "Dafür gibt es kein anderes Wort als Massenmord", sagte er.

Die Zahl der Todesopfer übersteigt das Ausmaß der sogenannten Aschermittwochbrände von 1983, bei denen im Süden Australiens 75 Menschen ums Leben gekommen waren. Starke Winde und große Hitze um die 45 Grad trieben seit Freitag die Flammenwalze voran. In den Feuern der vergangenen Tage starben mehr Menschen als bei den Wald-und Buschbränden am "Aschermittwoch" im Jahr 1983, als 75 Menschen umkamen, und am "Schwarzen Freitag" 1939, als 71 Tote gezählt wurden. (apa/red)

9.2.2009 18:44