96 Menschen sterben im Flammeninferno: Australische Buschbrände außer Kontrolle
- Lokale Behörden fürchten steigende Opferzahlen
- Massive Hitzewelle: 45 Grad in New South Wales
BILDER der tödlichen Feuerhölle in Australien
Bei den verheerenden Waldbränden in Australien ist die Zahl der Opfer auf mindestens 96 gestiegen. Das teilte die Polizei laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP mit. Zuvor war von mindestens 84 Opfern die Rede gewesen. Australien wird derzeit von den schlimmsten Waldbränden seit Jahrzehnten heimgesucht. Die Regierung entsandte Soldaten in die Katastrophenregion im Südosten des Landes, um die 3.000 Helfer der Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen zu unterstützen. Tausende Menschen suchten in Notunterkünften Schutz.
Mindestens 1.200 Quadratkilometer Land wurden ein Raub der Flammen. Feuerwehr und freiwillige Helfer kämpften bis zur Erschöpfung gegen die Buschbrände - dennoch loderten am Sonntag noch 30 unkontrollierte Feuer, teilten die Behörden mit. Bei der bisher folgenschwersten Brandkatastrophe der australischen Geschichte waren 1983 bei Buschbränden in zwei Staaten 75 Menschen umgekommen.
Mindestens 640 Häuser brannten nieder. Die Bewohner stellten sich bis zuletzt mit Gartenschläuchen den baumhoch lodernden Flammen entgegen. "Die wahre Hölle ist in den letzten 24 Stunden über die guten Leute von Victoria gekommen", sagte Rudd. Die Regierung mobilisierte Bundeshilfe für die Katastrophengebiete und gab zehn Millionen australische Dollar (5,8 Mio. Euro) Nothilfe frei. Spendenaufrufe stießen auf große Resonanz.
Hitzewelle
Ausgelöst wurden die katastrophalen Brände in Victoria und New South Wales durch eine Hitzewelle mit bis zu 47 Grad Celsius und starke Winde. Die Polizei hatte Probleme, die niedergebrannten Gebiete nach Überlebenden und Opfern zu durchsuchen und das genaue Schadensausmaß zu erheben.
Verkohlte Leichen
In vielen Orten mussten sich dramatische Szenen abgespielt haben. Die Polizei fand an zwei Stellen verkohlte Leichen in ausgebrannten Autos - die Menschen mussten bei ihrer Flucht in eine unentrinnbare Feuerfalle geraten sein.
Im nördlichen Queensland verfolgten viele Menschen das Flammeninferno in überschwemmten Häusern: Wochenlanger Regen hat in Teilen ihres Staates Hochwasser ausgelöst. (apa/red)
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