Iran verteidigt seine Position in München:
Sicherheitskonferenz als politisches Forum
- Vorwurf der "doppelten Standards" an die USA
- Vizepräsident Biden wird mit Spannung erwartet

·Ist eine Welt ohne Atomwaffen möglich?
Debatte auf Müchner Sicherheitskonferenz
·"Wir bezahlen jetzt den Preis dafür"
USA räumen erstmals Fehler in Afghanistan ein
Der iranische Parlamentspräsident Larijani hat zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz am Freitag den USA und dem Westen jedes Recht abgesprochen, Einfluss auf das Nuklearprogramm seines Landes zu nehmen. Die USA seien verantwortlich für Krieg, Tod und Unterdrückung im Nahen Osten, so Larijani.
Die fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat - die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China - sowie Deutschland versuchen, mit wirtschaftlichen und politischen Anreizen Garantien vom Iran für eine ausschließlich zivile Nutzung der Atomenergie zu bekommen. Der Iran reichert Uran an - ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Bombe.
Militärische Option
Obama ist bereit, auf den Iran zuzugehen, sollte die Führung in Teheran ein militärisches Programm einstellen. Aber auch er hält sich eine militärische Option - wie sein Vorgänger Bush - offen. In München werden die USA von einer starken Delegation um US-Vizepräsident Joe Biden vertreten.
Die Staatengemeinschaft ist zusätzlich beunruhigt, da Iran am vergangenen Dienstag erstmals mit einer leistungsstarken Rakete einen Satellit ins All geschossen hatte. Solche Raketen könnten auch konventionelle oder nukleare Sprengköpfe tragen.
"Doppelte Standards"
Larijani warf den USA "doppelte Standards" vor. Während sein Land für die Atompolitik verurteilt werde, hätten die USA keine Schwierigkeiten mit Israels Nuklearprogramm oder Atomtests in Pakistan und Indien. Gegen diese Länder gebe es keine Sanktionen.
Larijani begrüßte in München jedoch die Entscheidung von Obama, seinen Gesandten George Mitchell in den Nahen Osten zu entsenden. Es sei ein "positives Signal", dass Obama Leute entsenden wolle, die zuhörten und nicht die Bedingungen diktierten, sagte Larijani. In der Vergangenheit hätten die USA "eine Reihe von Brücken verbrannt", die neue US-Regierung habe jetzt die Möglichkeit, sie wieder zu errichten.
(apa/red)
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