Obamas Afghanistan-Politik in Bedrängnis:
Kirgistan will jetzt wichtige Basis schließen
- US-Botschaft versuchte Regierung mit Geld zu locken
- Bevölkerung im Land lehnt Stationierung deutlich ab

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Den USA droht der Verlust einer mit rund 1.000 Soldaten besetzten Luftwaffenbasis in Kirgistan, die als wichtiger Ausgangspunkt für Militäreinsätze in Afghanistan dient. Die kirgisische Regierung reichte beim Parlament einen Erlass zur Schließung der US-Militärbasis Manas ein. Die US-Botschaft in Kirgistan erklärte, die Verhandlungen über Manas gingen weiter.
Der Entwurf sehe die Beendigung der Vereinbarung über den Luftwaffenstützpunkt vor, sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch. Es sei nun Sache des Parlaments, über das Dekret zu entscheiden. Die Opposition kritisiert den Vorschlag und befürchtet eine Verschlechterung der Beziehungen zum Westen.
Mit Geld gelockt
Über eine Schließung sei man bisher nicht informiert worden, hieß es in einer veröffentlichten Erklärung der US-Botschaft in Kirgistan. Die USA hatten versucht, die Regierung in Bischkek mit höheren Zahlungen für die Nutzung umzustimmen. In US-Regierungskreisen hieß es, eine Schließung des Stützpunktes würde keinen Einfluss auf den Einsatz in Afghanistan haben.
Der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew hatte in Moskau bekanntgegeben, er werde die im Dezember 2001 begonnene Zusammenarbeit mit den US-Amerikanern aufkündigen. Als Gründe nannte er die inzwischen stabilere Lage in Afghanistan sowie die Ablehnung der US-Soldaten durch die kirgisische Bevölkerung. Zudem verweigere Washington die von Kirgistan geforderte finanzielle Entschädigung für die Nutzung des Stützpunkts etwa 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, hatte Bakijew erklärt.
Medien in Moskau hatten berichtet, dass die Schließung auf Druck der russischen Führung erfolge. Bakijew erhielt von Moskau zwei Milliarden US-Dollar (1,56 Mrd. Euro) Kredit sowie eine Finanzhilfe von 150 Millionen Dollar. Sollte das Parlament den Beschluss des Präsidenten bestätigen, müssen die US-Amerikaner laut Medien innerhalb von 180 Tagen aus Kirgistan abziehen.
(apa/red)
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