Lockl legt Amt als Parteisekretär nieder:
Rücktritt hat mit Turbulenzen nichts zu tun
- Grünen-Politiker will sich jetzt beruflich verändern
- Politischer Abschied erfolgt "in bestem Einvernehmen"

Die Grünen kommen nicht zur Ruhe. Nach den jüngsten internen Auseinandersetzungen legt jetzt Lothar Lockl sein Amt als Bundesparteisekretär der Grünen zurück. Er kündigte an sich beruflich verändern zu wollen. Mit den Turbulenzen in seiner Partei habe dies allerdings "überhaupt nichts zu tun", betonte er. Den Entschluss für den Rückzug aus der Politik habe er bereits vor der Nationalratswahl gefasst. "Für die nächste Zeit" will Lockl seine Funktion noch wahrnehmen.
"Ich werde sicher für eine geordnete Übergabe sorgen", so Lockl. Die Zeit bei den Grünen sei jedenfalls "sehr spannend" gewesen, "ich freue mich aber auch auf einen beruflichen Neubeginn", so Lockl ohne Details zu nennen. Beim erweiterten grünen Bundesvorstand noch vor dem Sommer soll über die Nachfolge entschieden werden.
Abschied "in bestem Einvernehmen"
Lothar Lockl steht auch nach seiner Rücktrittsankündigung voll und ganz zu seiner Parteichefin Eva Glawischnig. "Sie ist die Idealbesetzung für dieses Amt und hat großen Rückhalt", zeigte er sich loyal. Auch in schwierigen Zeiten sei Glawischnig die geeignete Person, die Grünen anzuführen. Der Abschied aus der Politik erfolge "in bestem Einvernehmen".
Glawischnig nicht überrascht
Derzeit führt Lockl laut eigenen Angaben Gespräche, was seine berufliche Zukunft betrifft. "Ich habe einige Projekte und Ideen im Kopf, für deren Umsetzung ich nun mehr Zeit haben werde." Nicht überrascht vom Rücktritt des Grünen-Bundesparteisekretärs, Lothar Lockl, hat sich Parteichefin Glawischnig gezeigt. Für Lockl sei "es der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu beginnen", so Glawischnig in einer Aussendung am Freitag. Man habe bereits vor der Nationalratswahl vereinbart, dass er "noch eine Zeit lang zur Verfügung steht". Der ehemaliger Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, bezeichnete Lockl als "hochprofessionellen Ratgeber, unverwüstlichen Motivator und einen guten Freund".
Der engagierte Grün-Funktionär war von Global 2000 zu den Grünen gekommen und dort vom Pressesprecher zum Quasi-Generalsekretär aufgestiegen. (apa/red)
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