Tödlicher Autounfall wegen Nebelgranaten: Bundesheer räumte mehrere Fehler ein
- Sicherheitsbestimmungen wurden nicht eingehalten
- Darabos kritisch: "Es gibt nichts zu beschönigen"

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall auf der A22 am 22. Jänner 2009 räumte das Verkehrsministerium bereits im Februar 2009 Fehler ein. Das Bundesheer hat auf einem Garnisonsübungsplatz fünf Nebelgranaten gezündet. Dabei wurden vorgeschriebene Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten, ergab die damalige interne Untersuchung des Heers. In der Folge kam es auf der nahegelegenen Autobahn in Korneuburg zu einer Karambolage, bei der eine Frau ums Leben kam.
Wie Generalmajor Paul Kritsch, Leiter der Gruppe Kontrolle im Verteidigungsministerium, erklärte, könne er einen kausalen Zusammenhang zwischen den Zündungen der Nebelhandgranaten und dem Unfall auf der A22 "nicht in Abrede stellen". Festzustellen hätte dies aber die zuständige Staatsanwaltschaft Korneuburg.
Unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen
Ob es Einschüchterungen gegen Rekruten gegeben habe, sei noch nicht klar, so Christian Mayer, Leiter der Abteilung Disziplinar-und Beschwerdewesen im Verteidigungsministerium. Diesem Vorwurf gehe die parlamentarische Bundesheerbeschwerdekommission nach, ebenso jenem der unterlassenen Hilfeleistung.
Die Nachtlehrvorführung wäre unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen "in dieser Art" nicht durchführbar gewesen, so Kritsch. Der Abstand, der einzuhalten gewesen wäre, betrage 300 Meter, die Unfallstelle lag 260 Meter von jener Stelle entfernt, wo die Zündungen erfolgten. 110 Meter war die kürzeste Distanz zur A22. Die Aussagen der 75 Soldaten, die an der Übung teilnahmen, hätten bestätigt, dass die künstlich erzeugte Nebelwand in Richtung einer Tankstelle gezogen sei, die wenige Meter vom Unfallort auf der A22 entfernt liegt, erläuterte Kritsch.
Das Bundesheer habe "allergrößtes Interesse, dass so etwas nie wieder passiert", sagte Kritsch. Der Truppenübungsplatz Korneuburg ist derzeit gesperrt. "Die Benützungsordnung wird überprüft und überarbeitet". Die Verwendung von Rauch erzeugenden Mitteln wurde auf Dauer untersagt. Seitens des Verteidigungsministeriums wurde den Hinterbliebenen der tödlich verunglückten Frau aufrichtiges Beileid ausgesprochen. Den Verletzten wurde eine rasche Genesung gewünscht.
Darabos: "Nichts zu beschönigen"
Verteidigungsminister Norbert Darabos hielt in einer Aussendung fest: "Es gibt nichts zu beschönigen. Die heeresinternen Sicherheitsbestimmungen wurden nicht eingehalten. Ob das in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall steht, werden die Behörden zu klären haben". Es seien "alle Möglichkeiten heeresinterner Prüfungen genutzt" worden, so der Minister. "Ich wollte, dass doppelt und dreifach untersucht und voll mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei kooperiert wird. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung dieses tragischen Unfalls", betonte der Minister.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
