Enorme Kräfte beim Frontalcrash: 30-faches Körpergewicht binnen weniger Sekunden
- Oft entscheidet der Airbag über Leben und Tod
Binnen weniger Sekunden - wenn überhaupt so lange - kann ein Mensch bei einem Frontalcrash das 30-fache an Körpergewicht entwickeln. "Je nachdem, wie abrupt die Verzögerung passiert", erklärte Max Lang, Cheftechniker beim ÖAMTC. Die Masse ist entscheidend. Ein Airbag löst ab einer Geschwindigkeit von rund 30 km/h aus, so Lang. Davor hält der Gurt den Fahrer vom Lenkrad fern, danach wird die Energie so groß, dass der Kopf trotzdem aufschlägt. Der Airbag kann dann zum Lebensretter werden.
Grundsätzlich sind bei einem Frontalaufprall - wie dem schweren Verkehrsunfall auf der Phyrnpass-Bundesstraße (B138) in Oberösterreich - die vorderen Fahrzeuginsassen am meisten gefährdet. Warum es die Kleinen auf der Rückbank dennoch schlimmer traf als die Eltern in den Vordersitzen, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren.
Laut ersten Angaben der Einsatzkräfte hatten die Kinder auf der Rückbank keinen Airbag, dürften aber gesichert gewesen sein. Die Frage ist, woran die Kinder gestorben sind und ob das Fahrzeug noch wo dagegen schleuderte, meinte der ÖAMTC-Techniker. Auch wenn die Kinder angeschnallt waren und beispielsweise wenig Platz zwischen vorderer und hinterer Sitzreihe war, ist die Möglichkeit groß, dass die Köpfe gegen den Vordersitz, die Kopfstütze oder die Metallstreben knallten, was schwere Nacken- und Kopfverletzungen oder im schlimmsten Fall tödliche Verletzungen zu Folge haben kann.
Beide Unfallfahrzeuge waren mit Airbags in den Frontreihen ausgestattet, die auch ausgelöst wurden. "Wenn ich mit dem Kopf bei 40, 50 oder 60 km/h auf einen Airbag treffe, hab ich leichte Verletzungen oder bestenfalls einen blauen Fleck. Ohne Airbag kommt es darauf an, wogegen ich knalle", sagte Lang.
(apa/red)
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