Sonntag, 1. Februar 2009

Mittelstand will jetzt weniger investieren:
Deutschlands Wirtschaftszweig trocknet aus

  • Rufe nach öffentlichen Investitionen immer lauter
  • Besserer Schutz vor ausländischer Konkurrenz

Angesichts der Wirtschaftskrise wollen die mittelständischen Unternehmen in Deutschland laut einer Studie weniger investieren und Arbeitsplätze abbauen. Außerdem werden die Rufe nach mehr öffentlichen Investitionen und einem besseren Schutz vor ausländischen Konkurrenten immer lauter, wie die Erhebung der Beratungsfirma Ernst Young unter 3.000 mittelständischen Unternehmen ergab.

78 Prozent der Unternehmen wünschen sich demnach von der Politik protektionistische Maßnahmen. Im Vorjahr lag der Anteil nur bei 43 Prozent. Ebenfalls deutlich gestiegen ist die Zahl der Unternehmer, die sich eine Erhöhung der öffentlichen Ausgaben für dauerhafte Wirtschaftsgüter wie Ausrüstungen und Infrastruktur erhoffen: 92 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Steigerung der öffentlichen Investitionen den Mittelstand in Deutschland deutlich stärken würde. Im Vorjahr lag der Anteil nur bei 69 Prozent.

Weniger Investitionen
Die Eintrübung der Geschäftslage führt zudem dazu, dass die Unternehmer weniger investieren als im Vorjahr und die Zahl der Beschäftigten reduzieren wollen. Dennoch macht die Mehrheit der Unternehmen derzeit noch gute Geschäfte: 79 Prozent der Mittelständler bewerten ihre Lage positiv. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 89 Prozent.

Nur jeder sechste Mittelständler erwartet eine Verbesserung seiner Wirtschaftslage. Jeder dritte geht hingegen von einer Verschlechterung aus. Immerhin noch 15 Prozent der Unternehmen planen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Deutlich mehr Unternehmen (24 Prozent) wollen aber die Zahl der Beschäftigten reduzieren. Per Saldo sei daher mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl im deutschen Mittelstand zu rechnen, heißt es in der Studie.
(apa/red)

1.2.2009 18:18