AUA-Verkauf könnte doch noch scheitern: Lufthansa-Chef zeigt auf Aktionäre und EU
- EU-Kommission prüft noch Beschwerde der KLM
- Deutsche Lufthansa fliegt ohne Hilfe durch die Krise
·AUA-Betriebsrat meldet sich zu Wort
Fluglinie will insgesamt 225 Millionen einsparen
·AUA-Chef Ötsch muss
seinen Hut nehmen
Sparpaket: Bis zu 2.000 Arbeitsplätze wackeln
·Schwache Nachfrage senkt AUA-Auslastung
Um 1,1 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr

Nach Darstellung des Chefs der Deutschen Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, könnte der geplante Einstieg bei der Austrian Airlines in den kommenden Wochen noch am Widerstand der AUA-Kleinaktionäre oder an strengen Auflagen der EU-Kommission scheitern. Das sagte Mayrhuber dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die EU-Kommission prüft eine Beschwerde des Lufthansa-Konkurrenten KLM.
Grund der KLM-Beschwerde sind die mit dem AUA-Verkauf verbundenen Subventionen durch die Republik Österreich. Ein Punkt, den auch Niki Lauda, Mehrheitseigentümer der Billigfluglinie "Fly Niki", kritisiert. Der ÖIAG-Zuschuss für die AUA sei eine Wettbewerbsverzerrung, durch die seine eigene und andere Airlines benachteiligt würden, sagte der dreifache Formel-1-Weltmeister der Tageszeitung "Österreich".
Zustimmung der EU
Die Zustimmung der EU sei daher keineswegs eine ausgemachte Sache und die Übernahme der AUA durch die Lufthansa könnte an EU-Auflage noch scheitern, so Lauda. Die AUA sei in Wahrheit pleite, meint Lauda. "Wenn sie die Zuschüsse vom Staat nicht bekäme, könnte sie heute nicht mehr fliegen."
Ungeachtet des Entscheids der Kommission will Mayrhuber aber auch künftig die Gelegenheit zu weiteren Übernahmen nutzen. "Wir wären doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir vorhandene Chancen nicht nutzen würden", sagte der gebürtige Österreicher.
Die Lufthansa selbst will die aktuelle Finanzkrise ohne Beistand der deutschen Bundesregierung bewältigen. "Wir brauchen keine Hilfe", sagte Mayrhuber dem "Spiegel". Nachdem die Luftfrachttochter des Konzerns erst am Freitag für 2.600 Beschäftigte Kurzarbeit angekündigt hatte, schließt Mayrhuber nun eine Ausweitung des Programms auf andere Mitarbeiter nicht aus. "Aus heutiger Sicht ist das nicht geplant, aber es hängt natürlich von der weiteren Wirtschaftsentwicklung ab."
(apa/red)

