"profil" EXKLUSIV: Ex-Kommunalkredit-Chef nimmt erstmals zu Vorwürfen Stellung
- Platzer: "Sind von den Eigentümern gedrängt worden, möglichst hohe Ergebnisbeiträge zu liefern"

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nimmt Reinhard Platzer, der frühere Vorstandsvorsitzende der jetzt verstaatlichen Kommunalkredit Austria AG, erstmals zu seiner umstrittenen Geschäftspolitik und angeblich lückenhaften Informationen an den Aufsichtsrat Stellung. Platzer gegenüber "profil": "Der Vorstand hat den Aufsichtsrat und die Eigentümer stets zeitnah und umfassend informiert. Und das nicht nur im Rahmen von Aufsichtsratssitzungen. Wir hatten ein dichtes Netz an Informationen, das weit über das Übliche hinausging."
Der Kollaps der Geld- und Kapitalmärkte im Gefolge der Lehman-Pleite am 15. September habe sich "dramatisch auf die Mittelaufbringung ausgewirkt". Platzer weiter: "Es gab ursprünglich eine gemeinsame Liquiditätsplanung mit der Volksbanken-Gruppe, wobei vorgesehen war, dass diese ihr Limit gegenüber der Kommunalkredit erhöht. Mitte Oktober, wenige Tage vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung, wurde mir aber mitgeteilt, dass dieser Beschluss nicht zustande kommen würde. Gleich im Anschluss wurden die Gespräche mit der Republik Österreich aufgenommen."
Zum Vorwurf, die Bank sei mittels spekulativer Anlagegeschäfte in kurzer Zeit zu stark gewachsen, meint Platzer: "Wir sind von den Eigentümern dazu gedrängt worden, hohe Ergebnisbeiträge zu liefern. Es gab den Druck, einen möglichst hohen Return auf das Eigenkapital zu erzielen."
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