AUA-Betriebsrat mit eigenem Sparpaket:
Beitrag zu den Sparplänen des Vorstandes
- Belegschaftsvertreter steuern 50-Millionen bei
- Insgesamt will Konzern 225 Millionen Euro einsparen

·AUA-Chef Ötsch muss
seinen Hut nehmen
Sparpaket: Bis zu 2.000 Arbeitsplätze wackeln
·Schwache Nachfrage senkt AUA-Auslastung
Um 1,1 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr
Der AUA- Betriebsrat hat dem neuen, alten Führungsduo der Luftlinie zugesagt, durch Sparvorschläge am Krisenpaket mitzuarbeiten, mit dem die Kosten gesenkt werden sollen. Konkret werden die Belegschaftsvertreter Vorschläge über 50 Millionen Euro, mit denen die Personalkosten gesenkt werden können, erarbeiten, sagte der kaufmännisch-technische Betriebsratschefs Alfred Junghans. "Das ist fast die Hälfte der notwendigen Summe, obwohl der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten nur 20 Prozent ausmacht."
Die variablen Kosten der AUA um etwa 110 Mio. Euro gesenkt werden. Die Frage, welche Maßnahmen sich die Belegschaftsvertretung vorstellt, wollte Junghans noch nicht ausführlich beantworten. Man werde Kurzarbeitsmodelle erarbeiten, und es sei klar, dass bei weniger Strecken die Zahl der dafür benötigten Personen weniger sein werde, antwortete Junghans. Gleichzeitig solle aber auch "eine Beschäftigungssicherung festgeschrieben" werden.
Keine einseitigen Belastungen
Es könne jedenfalls nicht sein, dass die Beschäftigten "in die Pflicht genommen werden und die Strukturen bleiben die gleichen", sagte Junghans, der die "Beseitigung von Doppelgleisigkeiten" einforderte. Technik-Vorstand Peter Malanik habe davon gesprochen, dass die "Wahrheit zumutbar sei" - aber das gelte auch für die nötigen Änderungen bei der Struktur. Der Rest der einzusparenden Summe solle beispielsweise durch Zugeständnisse von Lieferanten und Synergien mit der Lufthansa hereingebacht werden.
Die Informationsveranstaltung, die der Betriebsrat heute abgehalten hat, sei "zum Bersten voll gewesen". Die Stimmung sei zwar "teilweise bedrückt gewesen", aber: "Wir haben eine Krise, das ist nun einmal so und wir haben keinen Ötsch mehr und das ist gut so."
Krisenpaket
Um die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen und den zu erwartenden Ertragseinbruch zu kompensieren, wird ein "kurzfristiges Krisenpaket" über rund 225 Mio. Euro geschnürt. Der Belegschaft wird ein kurzfristiger Gehaltsverzicht abverlangt, Strecken werden weiter ausgedünnt, teilte einer der beiden Interimschefs, Peter Malanik, mit.
Zurückgefahren werden müssen vor allem die Personalkosten. Dies soll durch Arbeitszeitflexibilisierung, Urlaubsabbau, "temporären Gehaltsverzicht" und das angekündigte Aussetzen der Pensionskassenbeiträge geschehen. Auch von den Lieferanten und Geschäftspartnern werden Sanierungsbeiträge verlangt. Investitionen werden ebenfalls gestrafft. In Summe sollen so weitere 110 Mio. Euro gespart werden.
Streckenkürzungen
Die bisherigen Kapazitätskürzungen im Streckennetz von fünf Prozent werden auf zehn Prozent ausgedehnt, weitere Schritte im Flugbetrieb behält man sich vor. Das soll die variablen Kosten um 115 Mio. Euro senken. Bis 2012 will die Lufthansa-Tochter AUA ihre Ergebnisse um 200 Mio. Euro verbessern. Dazu braucht es aber weitere Maßnahmen zur Kostensenkung.
Bereits zuvor gab es bei der AUA den erwarteten Personalwechsel an der Spitze. Mit der "einvernehmlichen" Lösung seines Vorstandsvertrags hat Alfred Ötsch zwei Jahre vor Vertragsablauf den Hut nehmen müssen. Als Interimsnachfolger wurden Peter Malanik und Andreas Bierwirth ernannt. Für heute wurde eine Informationsveranstaltung für die Mitarbeiter angekündigt. Zuletzt kursierten Spekulationen, wonach bis zu 2.000 der 8.000 Jobs bedroht sind.
(apa/red)

