Donnerstag, 29. Jänner 2009

Wirtschaftsklima verdunkelt sich weiter:
Indikatoren befinden sich im freien Fall

  • Industriekonjunktur befindet sich im freien Fall
  • Geschäfts- und Wirtschaftsklima sinkt auf minus 3,16

Das Geschäftsklima sackt in den Keller. Am heutigen Tag wurden gleich drei Inidkatoren präsentiert, die diese Tendenz belegen. Zunächst hat die österreichische Industriellenvereinigung Daten zur Industriekonjunktur vorgelegt. Außerdem wurde noch der Index zum Geschäfts- und Wirtschaftsklima der Eurozone veröffentlich. Die Daten für Jänner haben das tiefste Niveau seit den Aufzeichnungen erreicht.

Österreichs Industriekonjunktur befindet sich im "freien Fall" und ein unterer Wendepunkt ist noch nicht abzusehen. Die globale Wirtschaftskrise hat die heimischen Industrieunternehmen "in aller Härte getroffen", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer, am Freitag, bei der Präsentation der IV-Konjunkturerhebung für das 4. Quartal.

Sowohl die Indikatoren für die gegenwärtige Geschäftslage als auch die erwartungsbezogenen Indikatoren befänden sich im freien Fall: Der IV-Konjunkturbarometer, der Mittelwert aus den Beurteilungen von 427 Unternehmen mit mehr als 250.000 Beschäftigten zur gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftslage, brach im vierten Quartal von +4 auf -22 Punkte ein.

Wirtschaftsklima verdunkelt sich
Das Geschäfts- und Wirtschaftsklima in der Eurozone ist im Jänner auf den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 24 Jahren eingebrochen. Der von der EU-Kommission erhobene Index fiel im Jänner auf minus 3,16 Punkte gegenüber 3,09 Punkten im Dezember. Der Indikator zeige, dass das jährliche Wachstum der Industrieproduktion im Jänner deutlich negativ sein werde, so die EU-Kommission.

Der Fall des Geschäftsklimaindex zeige zwar die generelle Verschlechterung des Geschäftsklimas, der Rückgang sei aber weniger dramatisch ausgefallen als in den vergangenen drei Monaten, erklärte die Kommission. Geschäftsleute würden von einer weiteren Trendverschlechterung und Rückgang bei der Produktion ausgehen.

Stimmungsindikator
Auch der getrennt von der Kommission erhobene Indikator zur Stimmung der Wirtschaft in der Eurozone und in der EU fiel auf den tiefsten Stand seit Jänner 1985. Er ging im Jänner um 1,5 Punkte für die Eurozone zurück und hält nunmehr bei einem Wert von 68,9. Für die EU ging der Index sogar um 3,0 Punkte zurück, er steht nun bei 64,9.

Der Geschäftsklimaindex misst die Stimmung der Unternehmen, während sich der Index zur Wirtschaftsstimmung aus Einschätzungen aus den Bereichen Industrie, Dienstleistungen, Verbraucher, Einzelhandel und Baugewerbe errechnet.
(apa/red)

29.1.2009 13:29