Geballte Wut auf den Straßen Frankreichs: Generalstreik gegen Sarkozys Krisenpolitik
- Fluglinien, Busse und Bahn von Streik betroffen
- "Schwarzer Donnerstag": Machtprobe für Präsidenten
Der Zorn über die als ungerecht empfundene Krisenpolitik von Staatspräsident Sarkozy hat mehr als eine Million Franzosen auf die Straßen getrieben. Der "Schwarze Donnerstag" stellte Sarkozy vor seine härteste Machtprobe mit der Straße seit seinem Amtsantritt vor 20 Monaten.
Dem Aufruf der acht größten Gewerkschaften zum Generalstreik folgten weite Teile des öffentlichen Dienstes, auch in dutzenden Fabriken wurde die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben des Erziehungsministeriums blieb einer von zwei Lehrern der Arbeit fern. Ein großer Teil der Schulen blieb deswegen geschlossen. Zum befürchteten Verkehrskollaps kam es aber nicht: Ein im vergangenen Jahr eingeführter Mindestservice im Nahverkehr stellte sicher, dass in den Ballungsgebieten wie Paris zumindest jeder zweite Zug rollte.
"Kampf für Beschäftigung und Kaufkraft"
Nur in Marseille gab es größere Beeinträchtigungen, wo sich nach Gewerkschaftsangaben 300.000 Menschen an der Demonstration beteilitgten. In Paris waren es laut Polizei 65.000, die sich am "Kampf für Beschäftigung und Kaufkraft" beteiligten. Gewerkschaften und die linke Opposition verurteilen Sarkozys bisherige Konjunkturmaßnahmen als unausgewogen und ungerecht für die Beschäftigten. Statt weiteren Milliarden für die Banken und die Großindustrie verlangen sie einen Stopp von geplanten Stellenstreichungen und Lohnerhöhungen.
Haushaltsminister Eric Woerth erklärte, der Streik sei "keine Antwort auf die Krise". Sarkozy werde an seiner Reformpolitik festhalten, damit das Land gestärkt aus der Krise hervorgehen könne. Der Staatschef selbst äußerte sich zunächst nicht, hatte aber eine Afrika-Reise abgesagt, um die angespannte Lage im Élysée-Palast zu analysieren.
(apa/red)


