Montag, 6. Juli 2009

Gas-Unabhängigkeit von Russland nimmt Gestalt an: "Nabucco"-Pipeline in Reichweite

  • Starke Ablehnung bei Greenpeace und den Grünen

Die Teilnehmer des Nabucco-Gipfels in Budapest haben zum Abschluss eine Erklärung verabschiedet: Demnach wird ein transparentes und kostengebundenes Liefersystem auf der vollen Trasse der Pipeline angestrebt, zu direkten Kapitaleinsätzen in den Gasförder- und Transitländern aufgerufen und auf eine effiziente Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen den Beteiligten gedrängt.

Laut dem ungarischen Premierminister Gyurcsany wurden in drei Punkten konkrete Ergebnisse erzielt: Bis Mitte 2009 sollen die beteiligten Staaten ein Regierungsabkommen unterzeichnen, es wurde eine vorläufige Vereinbarung mit den Gaslieferanten getroffen, und man habe die Vorfinanzierung durch die EU, zumindest in der ersten Phase des Nabucco-Projektes mit 200 bis 300 Mio. Euro "angestrebt". Später werde eine weitere EU-Förderung in Höhe von zwei Mrd. Euro erwartet. Auch wurde mit der Vorbereitung und Organisation eines Nabucco-Boards für die Koordinierung der weiteren Arbeit begonnen.


Durchbruch noch nicht fixiert
Auf die Frage, ob man die jetzt abgehaltene Konferenz als Durchbruch in der Geschichte des Projektes betrachten könne, antwortete Reinhard Mitschek, Geschäftsführer des Nabucco-Konsortiums: "Ob man von einem Durchbruch sprechen kann, wird sich erst in Zukunft zeigen". Beim Gipfel in Budapest seien erstmals sämtliche Beteiligte mit dabei gewesen. Von nun an könnten die endgültigen Studien für die Ausführung und die finanziellen Aspekte des Projektes erstellt werden.

Kritik von Greenpeace und Grünen
Die österreichische Industriellenvereinigung begrüßt das Nabucco-Prjekt, Kritik äußerten die Umweltorganisation Greenpeace und die Grünen. Das Nabucco-Projekt hat zum Ziel, Gas aus dem kaspischen Raum über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich zu transportieren. Der Baubeginn für die 3.300 km lange Rohrleitung wird für 2011 anvisiert, die ersten Lieferungen mit einer Anfangskapazität von acht bis zehn Mrd. m3 werden für 2014 erwartet. (apa/red)

6.7.2009 13:54