Donnerstag, 29. Jänner 2009

Verletzungsteufel setzt Damen-Kader zu:
Junge Läuferinnen hoffen auf WM-Teilnahme

  • Maria Holaus verzichtet wegen starker Knieschmerzen
  • Kampf um Startplätze im Super-G ist voll entbrannt

Bei den ÖSV-Damen dürfte es so leicht wie schon lange nicht mehr sein, zu einer alpinen Ski-WM mitgenommen zu werden. Wie bei den Herren sorgt auch hier der Verletzungsteufel für eine Situation, die sogar die eine oder andere ganz junge Läuferin erstmals zu Titelkämpfen bringen könnte - unabhängig davon, ob Nicole Hosp doch noch rechtzeitig fit wird.

Derzeit stehen von den rot-weiß-roten Medaillenkandidatinnen Marlies Schild und Maria Holaus als Fixausfälle fest. Bei Hosp besteht zumindest noch Hoffnung. Den am Beginn der WM angesetzten Super-G hat die Tirolerin aber bereits fix abgeschrieben.

Holaus hat ihre Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme endgültig begraben. Der 25-jährigen Tirolerin, die sich erst in der Vorwoche einer Arthroskopie im linken Knie unterzogen hatte, bereitet auch ihr rechtes Knie Probleme. Aus diesem Grund wird Holaus erneut die Privatklinik Hochrum bei ÖSV-Arzt Wulf Glötzer aufsuchen, um auch ihr zweites Knie arthroskopisch behandeln zu lassen.

"Das von Dr. Glötzer in der Vorwoche operierte Knie funktioniert immer besser, doch die Schwellungen am rechten Knie, auch ohne Belastung, bereiten mir Sorge", erklärte Holaus ihren Entschluss, "die Chance einer WM-Teilnahme abzuhaken, um wieder schmerzfrei Skifahren zu können".

Am klarsten ist die Situation im Riesentorlauf, wo mit der dreifachen Saisonsiegerin Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser, Elisabeth Görgl und Andrea Fischbacher sowie der nicht ins Kontingent fallenden Titelverteidigerin Hosp das WM-Quintett praktisch steht.

Super-G-Startplätze härter umkämpft
Im Super-G wird es nach dem zweiten Platz von Anna Fenninger in Cortina schon deutlich enger, weil dort neben Fischbacher, Renate Götschl und Görgl sowie Holaus und Fenninger nun sogar Zettel ein Thema ist. Die anspruchsvolle WM-Piste scheint für die Niederösterreicherin maßgeschneidert. Götschl (trotz Krise wohl unantastbar), Görgl und Fischbacher wären in der Abfahrt wohl gesetzt, Fenninger ist noch nicht aus dem Rennen.

Am schwersten wird das ÖSV-Damenteam durch die Verletzungen von Schild und Hosp im Slalom getroffen. Nachdem sich auch Görgl von ihrer einstigen Paradedisziplin abgewandt hat, verfügt man mit Zettel und Kirchgasser über gerade zwei fitte Top-Fahrerinnen. Selbst wenn Hosp im Slalom fahren kann, wäre also noch ein Platz frei für eine Junge wie Bernadette Schild oder Carmen Thalmann.

Für die Super-Kombination sollte das Quartett Zettel, Kirchgasser, Görgl und Fenninger feststehen und damit kommt man sogar inklusive Hosp auf gerade einmal acht Namen. Neun bis zehn dürften es aber sein, die mit nach Val d'Isere kommen, also lebt bei der WM-Generalprobe diese Woche in Garmisch sogar noch für weitere ÖSV-Damen wie Silvia Berger oder Ingrid Rumpfhuber die WM-Chance.

(apa/red)

29.1.2009 13:29