Sonntag, 1. Februar 2009

Hält Herbst nun auch in Garmisch Einzug?
Salzburger im Slalom erklärter Topfavorit

  • Doppelte Schladming-Bestzeit lässt vieles erwarten
  • Pranger, Raich und Matt scharren in den Startlöchern

Nach seinem beeindruckenden Sieg mit zweifacher Laufbestzeit beim Nightrace in Schladming ist Reinfried Herbst heute in Garmisch-Partenkirchen der große Gejagte. "Diese Erfolge sind eine schöne Bestätigung meiner harten Arbeit. Jetzt möchte ich in Garmisch meinen Erfolgslauf prolongieren", meinte der Salzburger vor dem letzten Weltcup-Rennen vor der offiziellen Eröffnung der WM in Val d'Isere am Montag.

Neben seiner Bombenform - in Schladming hatte Herbst 1,16 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Manfred Pranger - spricht auch ein Blick auf den bis dato letzten Garmisch-Slalom ganz klar für den 30-Jährigen, den hat Herbst nämlich am 9. Februar 2008 für sich entschieden.

Doch Herbst weiß, dass es an der absoluten Weltspitze keine Selbstläufer gibt, schon gar nicht im Slalom. "Ich brauche nicht glauben, dass es jetzt von alleine so weitergeht. Ich bin mir ganz sicher im Klaren, dass ich weiter hart arbeiten muss", meinte Herbst, der in Schladming mit seinen Fans gefeiert und dann ein wenig Zeit mit Sohn Felix verbracht hat. Der Herbst-Fanclub wird in Garmisch vollzählig - inklusive Fanclub-Musik "Die 4 Salzburger" - vertreten sein.

Pranger in "Mörderform"
So wie Herbst derzeit fast nicht vom Slalom-Podest wegzudenken ist auch Teamkollege Pranger. "Wir sind beide in einer Mörderform und hungrig auf mehr", kündigte Herbst an. Bei den jüngsten vier Weltcup-Slaloms fehlten Herbst und Pranger lediglich in Kitzbühel (beide out) auf dem Siegerfoto: In Adelboden gewann Herbst vor Pranger, in Wengen Pranger vor Herbst und in Schladming wieder Herbst vor Pranger.

Pranger hat mit diesen Leistungen die Rückkehr in die Top-Sieben der Slalom-Weltrangliste geschafft. "Das war ein großes Ziel von mir." Nun will sich der Tiroler natürlich dort festsetzen. Der kurze Durchgänger von Kitzbühel ist längst vergessen. "Da war ich vom Technischen her zu breit und zu tief. Aber die Trainer haben mir die richtigen Tipps gegeben und wir haben das rasch wieder rausbekommen."

Raich blickt nach vorne
Benjamin Raich hat durch seine Ausfälle in Kitzbühel und Schladming wichtiges Terrain im Gesamt-Weltcup verloren, versuchte aber sofort wieder den Fokus nach vorne zu richten. "Nach solchen Erlebnissen darf man nicht zu viel rechnen und traurig sein. Ich muss einfach weiter trainieren und hoffe, dass ich meine Lockerheit und Spritzigkeit sehr bald wieder finde", berichtete der Tiroler, der nach Schladming erst einmal zwei Tage pausiert und dann am Freitag unter Aufsicht seines Bruders Florian in Jerzens trainiert hat.

Für seinen Trainer Rainer Gstrein steht außer Frage, dass ein abgebrühter Profi wie Raich solche Rückschläge rasch verdaut. "Natürlich haben diese Ausfälle extrem geschmerzt. Aber der Benni steckt so etwas auf jeden Fall weg", war sich Gstrein sicher. Raichs derzeitiges Problem im Slalom sei "ein Mix aus Technik und Abstimmung".

Matt zuletzt verlässlich ausgefallen
Mario Matt hat sogar schon drei Ausfälle en suite zu Buche stehen. Doch auch im Falle des zweifachen Slalom-Weltmeisters, der derzeit auf der Suche nach der richtigen Material-Abstimmung ist, macht sich Gstrein keine Sorgen. "Beim Mario hinterlässt so etwas kaum Spuren. Er ist ein Athlet, der nach wie vor jederzeit gewinnen kann."

Jederzeit gewinnen kann natürlich auch Jean-Baptiste Grange, der Franzose führt nach sieben Saisonrennen den Slalom-Weltcup mit 429 Punkten vor dem Kroaten Ivica Kostelic (401) und den beiden Österreicherin Herbst (316) und Pranger (299) an.
(apa/red)

1.2.2009 07:22