ÖSV-Superadler setzen Siegesserie fort:
Totaler Triumph bei den Übersee-Springen
- Schlierenzauer nach Doppelsieg nun Weltcup-Leader
- Schanzenrekord: Pointner attestiert "Meisterleistung"

Österreichs Skispringer haben auch im Whistler Olympic Park ihre sensationelle Siegesserie fortgesetzt: Mit zwei Doppelsiegen en suite durch Gregor Schlierenzauer und den zweitplatzierten Wolfgang Loitzl (Samstag) bzw. Thomas Morgenstern (Sonntag) haben die ÖSV-Adler rund 13 Monate vor den Olympischen Spielen ihr Revier abgesteckt. Schlierenzauer hat mit seinem 149-m-Flug eine Bestmarke gesetzt, die wohl lange bestehen bleiben wird.
Der 19-jährige Schlierenzauer sorgte für den neunten Sieg der Österreicher in Serie und seinen bereits siebenten Saisonerfolg. Er hat damit nicht nur dem Schweizer Simon Ammann das Gelbe Trikot des Weltcup-Gesamtführenden entrissen, sondern führt auch die Preisgeldwertung mit bereits 314.500 Schweizer Franken (210.298 Euro) an.
Schlierenzauer verlässt Kanada jedenfalls mit tollen Gefühlen: "Das ist natürlich eine lässige Motivation für das nächste Jahr. Wenn ich dann hoffentlich in den Flieger einsteigen darf und da rüber flieg, werden solche Erinnerungen wieder kommen." Auch wenn die Windbedingungen am Sonntag kurz vor seinem Schanzenrekord "schon an der Grenze" waren. "Ich bin froh, dass mir nichts passiert ist. Solche Flüge können auch sehr gefährlich werden."
"Meisterleistung" von Schlierenzauer
Cheftrainer Alex Pointner zollte Schlierenzauer Respekt für den tollen Rekord. "Wenn man gut vorbereitet ist, dann kann man solche Sprünge scheinbar leicht stehen, aber das schaut nur so aus. In Wirklichkeit ist es eine Meisterleistung, die schon ganz besonderes Können voraussetzt." Trotzdem wünscht sich der Coach auch von der Jury, dass man nicht jede Konkurrenz so haben sollte.
Fast ebenso glücklich war Thomas Morgenstern nach seinem ersten Saison-Stockerlplatz. "Fürs Selbstvertrauen ist das sehr wichtig gewesen und vor allem, dass ich gelernt habe, dass ich es nicht erzwingen kann", meinte Morgenstern, der mit acht seiner neun Sprünge am Olympiabakken sehr zufrieden war.
In Sapporo will der Doppel-Olympiasieger seine gefundene Form weiter stabilisieren. "Erfolgserlebnisse sammeln, zeigen, dass das nicht nur eine Eintagsfliege war. Die Vorbereitung für die WM wird von Tag zu Tag kürzer und ich habe noch ein Monat Zeit, dass ich mich noch ein bisserl steigern kann. Der Druck ist einmal weg, jetzt habe ich das endlich erreicht."
Countdown zur WM läuft
Im Countdown bis zur WM in Liberec will Pointner gut mit den Kräften der Springer haushalten. Dass das Quartett von Kanada wohl im WM-Team sein wird, pfeifen die Spatzen schon von den Dächern. Andreas Kofler und Markus Eggenhofer haben noch gute Chancen, ebenfalls das Tschechien-Ticket zu buchen. "Bei Eggenhofer und Kofler zählt für mich, wie sie sich bei der Deutschland-Tour präsentieren. Koflers Ziel ist es, dass er sich so präsentiert, dass man sagen kann, er ist ein Medaillenkandidat und Eggenhofer zeigt stetigen Aufwärtstrend. Er ist absolut auch ein Thema für die WM."
(apa/red)
