Sonntag, 1. Februar 2009

Waffenruhe beginnt allmählich zu bröckeln:
Israel bombardiert mit Jets Gazastreifen

  • Olmert drohte mit harten Vergeltungsschlägen
  • Präsident Abbas stellt Bedingungen an die Hamas

Der brüchige Waffenstillstand im Nahen Osten droht endgültig zu versagen. Israelische Kampfjets bombardierten eine Polizeistation im Gazastreifen nachdem wieder Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Die militärische Lage ist äußert angespannt und ein politischer Ausweg aus der Sackgasse nicht in Sicht.

Israelische Kampfflugzeuge haben über dem Grenzgebiet des Gazastreifens zu Ägypten Bomben abgeworfen. Ziel des Angriffs waren Tunnel, durch die Hamas-Kämpfer Waffen in den Gazastreifen schmuggeln. Die Bewohner seien vorher von den israelischen Streitkräften telefonisch zum Verlassen des Gebiets aufgefordert worden, hieß es. Außerdem wurde eine von der Hamas-Organisation geleitete Polizeistation im Gazastreifen angegriffen. Medienberichten zufolge stand das Gebäude zum Zeitpunkt des Angriffs leer, es wurde niemand verletzt. Die Polizeistation wurde aber komplett zerstört.

Granatenbeschuss
Zuvor haben aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Granaten im Süden Israels zwei Menschen verletzt. Nach Angaben von Rettungskräften handelte es sich dabei um einen Soldaten und einen Zivilisten. Israel hatte daraufhin mit massiver Vergeltung gedroht. Ein Beschuss der Einwohner im Süden des Landes werde eine harte und überproportionale Reaktion Israels nach sich ziehen, sagte Ministerpräsident Olmert bei der wöchentlichen Kabinettssitzung. Kurz zuvor waren mindestens zwei Raketen im Süden Israels eingeschlagen.

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas von der gemäßigten Fatah macht unterdessen Versöhnungsgespräche mit der Hamas abhängig von der Anerkennung seiner Autorität durch die radikalislamische Organisation. Es werde keinen Dialog mit jenen geben, die sich nicht zur Palästinensischen Befreiungsorganisation und deren Prinzipien bekennen, sagte Abbas am Sonntag in Kairo. Die ägyptische Regierung vermittelt im innerpalästinensischen Streit zwischen der Fatah und der Hamas.

Beide Gruppierungen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Hamas kontrolliert seit zwei Jahren den Gazastreifen, nachdem sie die Fatah dort vertrieben hatte. Die Fatah wiederum regiert im Westjordanland. Anders als die von der Fatah dominierte PLO lehnt die Hamas einen Frieden mit Israel auf der Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung ab.
(apa/red)

1.2.2009 22:49