Sonntag, 1. Februar 2009

Kampf gegen die eisige Kälte in den USA: Kentucky mobilisiert bereits Nationalgarde

  • Tausende Haushalte von Stromversorgung gekappt
  • Wintereinbruch fordert in USA mindestens 42 Tote

Winterdrama im US-Bundesstaat Kentucky: Knapp eine Woche nach schwerem Eisregen und Schneefällen waren Hunderttausende Menschen weiter vom Stromnetz abgeschnitten. Auch die Wasserversorgung funktionierte in vielen Gebieten vor allem im Westen des Staates nicht mehr. So sehr spitzte sich die Lage zu, dass Kentuckys Gouverneur 4.600 Nationalgardisten zur Hilfe holte - eine derartige Mobilisierung hat es bisher in dem Staat noch nie gegeben.

Und trotz eines erwarteten Temperaturanstiegs warnten die Behörden, dass es insbesondere in entlegenen Regionen noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern könne, bis wieder die Lichter brennen.

Notquartiere bereit gestellt
Die Nationalgardisten sollten dem Sender CNN zufolge von Haus zu Haus gehen, um sich vom Wohlbefinden der Bewohner zu überzeugen. Bereits zuvor hatten die Behörden vom Stromausfall betroffene frierende Menschen dazu aufgerufen, nicht länger in den eigenen vier Wänden auszuharren, sondern sich in Notquartieren oder auch Hotels und Motels aufzuwärmen. Zugleich wurde zur Vorsicht beim Betrieb von Generatoren gewarnt, nachdem bereits mehrere Einwohner durch Kohlenmonoxid-Vergiftung ums Leben gekommen waren. So wurden allein am Freitag in einem einzigen Haus gleich drei Menschen tot gefunden, ein weiterer Einwohner, der sich in seiner Wohnung mit einem Holzkohlengrill warm gehalten hatte, starb in der Nacht auf Samstag an Vergiftung.

Insgesamt kamen allein in Kentucky mehr als ein Dutzend Menschen durch die Winterkälte ums Leben. Etwa 30 weitere Opfer wurden in anderen Staaten vom mittleren Westen bis zum Nordosten gezählt. Die Front mit gefrierendem Regen und Schnee hatte sich in der vergangenen Woche langsam in Richtung Atlantikküste geschoben und in weiten Teilen Stromleitungen und Baumäste mit einer dicken Eisschicht überzogen. Insgesamt waren am Wochenende knapp eine Million Menschen ohne Stromversorgung, gut 600.000 allein im besonders schwer betroffenen Kentucky.

Trockenheit in Kalifornien
Ein gegensätzliches Bild dagegen in Kalifornien: Nach einem ungewöhnlich trockenen Winterbeginn warnen die Behörden dort vor einer neuen Dürre. "Wir könnten am Anfang der schlimmsten Trockenheit in der jüngeren Geschichte Kaliforniens stehen", warnte der Leiter der Wasserbehörde, Lester Snow, die Bewohner der US-Westküste. Sie sollten sofort mit dem Wassersparen beginnen. Wie der "San Francisco Chronicle" berichtete, beträgt die Schneehöhe in der kalifornischen Sierra Nevada nur 61 Prozent des für die Jahreszeit normalen Wertes. Das Schmelzwasser aus den Bergen zählt zu den wichtigsten Wasserreserven des Staates.

Mit dem Winterregen im Jänner fallen gewöhnlich 20 Prozent der jährlichen Niederschläge, doch die vergangenen vier Wochen brachten kaum Regen. Bei Sonne und blauem Himmel herrschte in vielen Teilen Kaliforniens frühlingshaftes Wetter. In einigen Landstrichen sind die Wasserreservoirs bereits halb leer. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte es an der US-Westküste zu wenig geregnet. Die Monate März, April und Mai 2008 zählten zu den trockensten seit Beginn der staatlichen Messungen.
(apa/red)

1.2.2009 15:42