Freitag, 30. Jänner 2009

Slowene schwängert 15-jährige Tochter: Missbrauchsfall erst nach Jahren aufgedeckt

  • Tochter im Haus eingesperrt und Kind mit ihr gezeugt
  • Erinnerungen an Inzest-Drama in Amstetten geweckt

Slowenien wird von einem schweren Missbrauchs-Fall erschüttert, der Erinnerungen an das Drama von Amstetten weckt. In Ptuj soll ein Mann laut Medienberichten seine 15-jährige Tochter Jahre lang sexuell missbraucht und ein Kind mit ihr gezeugt haben. Nachdem die Schwangerschaft nicht mehr zu verbergen gewesen sei, habe der Mann seine Tochter aus der Schule genommen und sie im Haus eingesperrt.

Das Mädchen sei dem Unterricht drei Monate lang fern geblieben, ohne dass die Schulbehörden die Polizei eingeschaltet hätten, berichtet "24ur.com". Der Vater habe angegeben, dass seine Tochter nun im Ausland die Schule besuche.

Wie in Amstetten war es ein Krankenhausbesuch, der den Fall auffliegen ließ. Als das Mädchen zur Entbindung in eine Klinik in Maribor gebracht wurde, habe sie zunächst noch ihren Ex-Freund als Vater des Kindes angegeben, schreibt "Delo". Am Samstag habe sie dann aber angegeben, dass ihr eigener Vater sie geschwängert habe, so "24ur.com". Der Mann wurde noch am selben Tag in Untersuchungshaft genommen.

Unauffällige Familie
Der Leiter des Sozialamts Ptuj, Miran Kerin, betonte gegenüber "Delo", dass die betroffene Familie in keiner Weise auffällig gewesen sei. Sie schien geordnet und normal zu sein, sagte er. Auch die Mutter der 15-Jährigen habe die gegen ihren Mann gerichteten Missbrauchs- und Inzest-Vorwürfe zurückgewiesen. "Der Vater hat alles überlegt und listig durchgeführt, vom Fernbleiben von der Schule bis zur Familienverschwörung", kommentiert die Zeitung.

Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es noch eine Parallele zum Fall Amstetten: Der Mann war den Behörden wegen häuslicher Gewalt schon bekannt. Im Jahr 1992 soll er seine damalige 17-jährige Tochter misshandelt haben. Weil aber niemand formell Strafanzeige erstattete und die Familie bald ins Ausland übersiedelte, seien die vom Sozialamt begonnenen Untersuchungen im Sand verlaufen. Die Polizei will nun auch prüfen, ob der Mann auch seine beiden weiteren Töchter sexuell missbraucht hat.

(apa/red)

30.1.2009 08:47