Deutschland wird von Terroristen bedroht:
Islamisten kündigten in Video Anschläge an
- Aufzeichnung richtet sich gegen Afghanistan-Einsatz
- Verbindung zu kürzlich versandtem Video ungewiss
Ein neues Islamisten-Video im Internet mit Passagen auf Deutsch bestätigt nach Einschätzung des deutschen Innenministeriums die "neue Qualität der Bedrohung für Deutschland". In dem 26 Minuten langen Video kündigen sechs vermummte Mitglieder der Islamischen Jihad-Union (IJU, alternative Schreibweise: Islamische Dschihad-Union) unter Verweis auf den Krieg im Gazastreifen Anschläge gegen die "Besatzungsmächte" an, offenbar in Afghanistan.
In der auf Deutsch gesprochenen Passage des Videos, das laut Ministerium von der Medienstelle der IJU ins Internet gestellt wurde, heißt es: "In diesem Jahr haben wir ein paar Überraschungspakete an die Besatzungsmächte vorbereitet. Denn der Verbündete der Besatzungsmächte muss immer mit unseren Angriffen rechnen."
Zudem wendet sich der Sprecher direkt an die deutsche Bundesregierung. Im Gazastreifen würden Muslime massakriert, heißt es: "Wo sind die Menschenrechte? Wo ist die USA? Wo bleibt Frau Merkel und ihr Kabinett?" In dem Video werden Muslime zur Unterstützung der Palästinenser im Gazastreifen aufgerufen.
Video wird ausgewertet
Das Innenministerium erklärte, die Verlautbarung der Islamischen Jihad Union vom 27. Jänner werde derzeit durch das Gemeinsame Internetzentrum (GIZ) ausgewertet. Ein Sprecher wies darauf hin, dass wie schon bei früheren Drohvideos eine deutschsprachige Person eingesetzt worden sei.
In einem Mitte Jänner aufgetauchten Video mit dem Titel "Das Rettungspaket für Deutschland" drohte ein Sprecher in fast akzentfreiem Deutsch mit Anschlägen in Deutschland. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden handelt es sich um den gebürtigen Marokkaner Bekkay Harrach, der lange Zeit in Bonn lebte und die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Seit 2007 soll der 31-Jährige sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufhalten und Verbindungen zur Führungsriege der Terrororganisation Al Kaida haben.
Deutschsprachige führen Terrorzellen an
Der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta, sagte , derzeit sei nichts über eine Verbindung zwischen den beiden Videos bekannt.
Ben Venzke von der Organisation IntelCenter, die die Websites militanter Gruppen beobachtet, erklärte, die neue Internetbotschaft zeige, dass Deutsche oder Deutsch sprechende Extremisten unter den aus westlichen Ländern stammenden Islamisten in solchen Videobotschaften mittlerweile den höchsten Rang eingenommen hätten. Es gebe Anlass zur Sorge über eine wachsende Bedrohung deutscher Interessen in Afghanistan, Deutschland und weltweit.
Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte, die "Videoverlautbarung fügt sich in die Einschätzung unserer Sicherheitsbehörden ein, welche eine neue Qualität der Bedrohung für Deutschland feststellen".
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat

