Mittwoch, 28. Jänner 2009

Papst versucht nun die Wogen zu glätten: Benedikt XVI. verurteilt Holocaust-Leugnung

  • Großrabbinat versöhnlich: 'Großer Schritt nach vorne'
  • Aufreger: Umstrittener Bischof leugnete Holocaust

Israels Großrabbinat zeigt sich versöhnlich: Sie bezeichneten die Worte des Papstes, der bei der Generalaudienz jegliche Form des Vergessens, der Leugnung oder Verharmlosung der Shoah verurteilt hatte, als "großen Schritt nach vorne".

"Es handelt sich um eine sehr wichtige Aussage für uns und für die ganze Welt", sagte der Generaldirektor des Rabbinats, Oded Wiener, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Das israelische Großrabbinat hatte zuvor aus Protest gegen die Aufhebung der Exkommunikation des traditionalistischen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson durch den Papst die offiziellen Beziehungen zum Vatikan abgebrochen. "Ohne eine öffentliche Entschuldigung und eine Rücknahme dieser Maßnahme wird es schwierig sein, den Dialog fortzusetzen", verlautbarte der Generaldirektor des Großrabbinats, Oded Weiner. Die von zwei Großrabbinern, die der sephardischen (orientalischen) und aschkenasischen (europäischen) Richtung vorstehen, geleitete höchste religiöse Instanz des Landes sagte die Teilnahme an einer Anfang März geplanten christlich-jüdischen Dialogrunde im Vatikan ab.

(apa/red)

28.1.2009 21:50