Vermittlungsmission für Mitchell in Nahost:
Gaza-Waffenruhe von Anschlag überschattet
- US-Emissär und Ex-Senator begann Reise in Ägypten
- Ehud Barak droht: "Werden auf Anschlag antworten"

Nur wenige Tage nach dem Amtsantritt von US-Präsident Obama ist der von ihm ernannte Sondergesandte Mitchell zu seiner ersten Vermittlungsmission im Nahen Osten eingetroffen. Auf dem Flughafen der ägyptischen Hauptstadt Kairo unterhielt sich Mitchell nach seiner Ankunft kurz mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana.
Nach dem Treffen mit Staatschef Mubarak wollte Mitchell nach Israel, ins Westjordanland, nach Jordanien und Saudi-Arabien weiterreisen. Erst vor kurzem hatte Obama Mitchell mit allen nötigen Vollmachten für Nahost-Gespräche ausgestattet.
Erneuter Anschlag auf israelische Soldaten
Unterdessen belastete ein palästinensischer Anschlag auf eine israelische Militärpatrouille die Waffenruhe im Gazastreifen. Neun Tage nach dem Ende der Offensive kam dabei ein israelischer Soldat ums Leben, drei wurden verletzt. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak drohte: "Wir werden darauf antworten." Die Bombe explodierte in der Nähe des Grenzübergangs Kissufim. Kurz darauf durchbrach ein israelisches Kampfflugzeug über der Stadt Gaza die Schallmauer, was als Warnung gedeutet wurde. Außerdem drangen israelische Soldaten auf der Suche nach den Angreifern in den Gazastreifen vor, es kam zu einem heftigen Feuergefecht mit palästinensischen Extremisten.
Weiterhin Hoffnung auf dauerhaften Frieden
Ungeachtet der neuen Gewalt im Gazastreifen ist Ägypten zuversichtlich, dass Israel und die Hamas schon in der ersten Februarwoche eine dauerhafte Waffenruhe vereinbaren werden. Das sagte Außenminister Gheit am Dienstag nach einem Treffen mit EU-Chefdiplomat Solana. Die diesbezüglichen Anstrengungen der ägyptischen Regierung würden dann auch zu einer Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen führen. Ägypten tritt bei den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas als Vermittler auf. (apa/red)
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