Sonntag, 1. Februar 2009

Grüne mit FPÖ und BZÖ bei Islam vereint:
Auch Walser fordert Schakfehs Rücktritt

  • Außerdem mehr Kontrolle über Religionsunterricht
  • Forderung der ÖVP: Tendenzen sofort abstellen

Ungewöhnlichen Gleichklang zeigen BZÖ, FPÖ und Grüne in der Islamfrage. Der Grüne Bildungssprecher Walser bläst nun in ein ähnliches Horn, wie zuvor schon die politischen Gegner: "Schakfeh ist untragbar"

Nach BZÖ und FPÖ schießen sich auch die Grünen auf den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, ein. "Es darf nicht sein, dass mit öffentlichen Mitteln Schulbücher gedruckt werden, in denen der Märtyrer-Tod als erstrebenswert dargestellt wird und mit dem Paradies belohnt werde", kritisierte Bildungssprecher Walser das Bild eines Märtyrers in einem Religionsbuch.

"Schakfeh untragbar"
Schakfeh sei als "Leiter des islamischen Schulamtes untragbar". Walser verlangte auch eine generelle Diskussion über den Religionsunterricht: Wenn der Staat die Unterrichtsmittel und die Lehrer bezahle, müsse er auch die Inhalte kontrollieren können und für die Ausbildung und Anstellung der Lehrkräfte zuständig sein. Der Grüne bekannte sich zu Trennung von Staat und Kirche, wenn aber "Leute wie Schakfeh entscheidenden Einfluss darauf haben, was unseren Kindern in den vom Staat bezahlten Schulen von den vom Staat bezahlten Religionslehrerinnen und -lehrern beigebracht wird, dann hat der Staat zu handeln".

Die ÖVP verlangte von ihm, "demokratiefeindliche Tendenzen sofort abzustellen". "Es ist jetzt die Stunde für Schakfeh gekommen. Wir erwarten, dass er in absehbarere Zeit öffentlich nachweisen kann, dass diese bedenklichen Vorgänge abgestellt sind", stellte ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger ein Ultimatum. Kaltenegger betonte aber auch, dass es durch die aktuelle Diskussion "nicht zu einer Abschaffung des Religionsunterrichts durch die Hintertür kommen werde".
(apa/red)

1.2.2009 15:24