Kärntner ÖVP startet in den Wahlkampf: Pröll will in Kärnten 'beginnen zu gewinnen'
- Politik mit "Hausverstand, Sachverstand und Anstand"
- Schwarze wollen sich als Wirtschaftspartei profilieren

·Countdown zum "Superwahlsonntag"
Kärnten und Salzburg stehen vor Urnengängen
·Bei der NR-Wahl lag BZÖ noch weit vorne
Kärnten: SPÖ will jetzt ersten Platz erreichen
·Im Land rot, im Bund immer noch schwarz
Salzburger differenzieren stark bei den Wahlen
Die Kärntner ÖVP hat als letzte den Wahlkampf offiziell eröffnet. "Stargast" war Vizekanzler Josef Pröll, der die Parole ausgab, dass die Schwarzen ab dem 1. März "beginnen zu gewinnen". Kärnten brauche eine Politik mit Hausverstand, Sachverstand und Anstand, und der Garant dafür sei Landesrat Josef Martinz, so Pröll. Dieser forderte eine Stärkung des Mittelstandes und prangerte die "Schuldenpolitik" von BZÖ und SPÖ an.
Rund 1.400 Besucher waren nach ÖVP-Angaben in die Messehalle 2 gekommen, um auf die kommenden Wochen eingestimmt zu werden. Trommler wurden ebenso aufgeboten wie Tänzer und Akrobaten, offenbar sich um jung und modern zu präsentieren. Pröll konstatierte, er verspüre "eine Aufbruchsstimmung wie seit vielen Jahren nicht". Der ÖVP-Chef bezeichnete Kärnten als "wahrscheinlich der schönste Flecken Österreichs", das einzige, was ihn daran hindere, hier Urlaub zu machen, sei seine Tiroler Frau.
Pröll strich die Wirtschaftskompetenz seiner Partei heraus und rechnete vor, die Pro-Kopf-Verschuldung unter BZÖ und SPÖ habe sich in den vergangenen von 1.500 auf 4.000 verdreifacht. Pröll: "Nicht das billige Witzereißen wird uns die Kraft geben, auch nicht das grenzenlose Schuldenmachen der SPÖ, sondern eine Politik, die mit Hausverstand, mit Sachverstand und mit Anstand macht, das ist der Auftrag für die Zukunft." Am 1. März würden sich drei Fragen stellen, so Pröll. Erstens, wer kontrolliere Orange, zweitens wer verhindere zu viel Rot, und wer habe eigentlich eine Ahnung von Wirtschaft. Kärnten stehe an einer Zeitenwende. "Nach der Dominanz eines Ausnahmepolitikers werden jetzt die Karten neu gemischt", erklärte Pröll.
Pröll: "Enorme Steuerentlastung"
Der Finanzminister pries die Konjunkturpakete der Regierung als "Flankenschutz" für die Unternehmen. Er kündigte eine "enorme Steuerentlastung" und ein "gewaltiges Familienpaket" an, welches das größte sei, das Österreich je gesehen habe. Pröll stellte sich auch schützend vor Innenministerin Maria Fekter: "Ich lasse nicht zu, dass die Innenministerium jetzt von rechts und links 'angefleckt' wird." Er betonte, wenn jemand Asyl brauche, weil er an Leib und Leben bedroht werde, solle er es auch bekommen. "Asyl ist ein heiliges Recht", so Pröll, aber wer glaube, dass er dieses heilige Recht verletzen oder missbrauchen könne, "der hat keinen Aufenthalt in diesem Land".
Martinz erklärte die ÖVP als "für Kärnten unverzichtbar". In der Krise seien ein kühler Kopf und eine ruhige Hand notwendig, es müsse verantwortungsvoll gewirtschaftet werden. Ausgiebig prangerte Martinz die "Schuldenpolitik" von BZÖ und SPÖ an: "Wer mehr Geld ausgibt als er hat, ist nicht sozial, wer das Geld unserer Kinder ausgibt, ist ein Lump." Er und die ÖVP seien das einzige Korrektiv.
Wie schon Pröll widmete auch Martinz dem Thema Familie und Kinder breiten Raum. Die existenzielle Absicherung der Familien sei unabdingbar und stelle in Wahrheit "die Befreiung der Frauen" dar. Die Frage, ob man sich ein Kind leisten könne, "darf es nicht geben". Wie lange eine Frau bei ihrem Kind daheim bleiben wolle, müsse sie selbst entscheiden. Er wolle alle Familienleistungen bündeln, in Graz werde es dazu ein Pilotprojekt geben.
Martinz: Chancengleichheit für Stadt und Land
Auch der ländliche Raum kam nicht zu kurz, denn "wenn das Land nicht mehr atmen kann, ersticken die Städte", so Martinz. Es müsse Chancengleichheit für Stadt und Land geben, ebenso müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Bauern gesichert werden. Kärnten könne mittelfristig energieunabhängig werden, erneuerbare Energien müssten forciert werden. Martinz: "Die Scheichs sollen sich schleichen." Nicht fehlen durften die Verwaltungsreform, die Sicherung der Pensionen und mehr Sicherheit.
Martinz lud all jene, die in der Vergangenheit zu Jörg Haider gewechselt waren, zur ÖVP zurückzukehren. Abschließend forderte er alle Funktionäre auf, gemeinsam zu marschieren und gemeinsam zu gewinnen. Man müsse laufen, laufen, laufen, "damit es wieder aufwärts geht". Das Publikum quittierte es mit Standing Ovations.
(apa/Red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
