Murat Kurnaz: Ex-Guantanamo-Insasse ruft zur Aufnahme von Ex-Häftlingen auf
- "profil"-Interview: Kurnaz schaltet sich in Debatte ein
- Appell: "Wir sprechen von unschuldigen Menschen"

·Keine Hilfe für die Leute aus Guantanamo
"profil": Mehrheit gegen Aufnahme der Insassen
·Guantanamo-Frage:
Europa ist gespalten
GRAFIK: Welches Land Häftlinge aufnehmen will
In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" schaltet sich Murat Kurnaz, selbst fünf Jahre in Guantanamo inhaftiert, in die Debatte um die Aufnahme ehemaliger Insassen des US-Sondergefängnisses ein.
Der in Deutschland lebende Türke war 2002 als Pilger nach Pakistan gereist und dort von Kopfgeldjägern an die US-Streitkräfte verkauft worden. Obwohl schon bald seine Unschuld feststand, blieb er bis 2006 in Gefangenschaft. Der neue Thriller von John LeCarré ("Marionetten") ist an seinen Fall angelehnt.
"Österreich sollte unbedingt aus humanitären Gründen einige dieser Menschen aufnehmen", fordert Kurnaz im "profil"-Interview für jene rund 60 Guantanamo-Insassen, die bereits jetzt als ungefährlich für eine Freilassung anstehen: "Wir sprechen von Unschuldigen, die nie ein Verbrechen begangen haben, aber jahrelang gefoltert wurden."
Die EU müsse ihre Verantwortung wahrnehmen: "Europäische Länder haben den Krieg gegen den Terror aktiv unterstützt. Wenn dieser Krieg Opfer gefordert hat, sind sie auch genauso verpflichtet, sich um diese unschuldigen Menschen zu kümmern."
Das Interview lesen Sie in voller Länge im aktuellen "profil"!
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