Donnerstag, 29. Jänner 2009

Untersuchungen zu A22-Unfall fortgesetzt:
Obduktion soll Ursache des Unglücks klären

  • Gewebe auf Spuren von Granatenrauch analysiert
  • Finales Gutachten über Unfall in 9 Tagen erwartet

Nach der tödlichen Karambolage auf der Donauuferautobahn (A22) in Korneuburg vom 22. Jänner ist das Opfer obduziert worden. Der Frau wurden Gewebeproben entnommen, diese werden chemisch untersucht. Festgestellt werden solle, ob die Tschechin womöglich Rauch einer Bundesheer-Nebelhandgranate eingeatmet hat, so Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg.

Auch eine DNA-Untersuchung des Opfers werde vorgenommen, so Köhl. Es werde im Zuge der nach wie vor gegen unbekannte Täter laufenden Ermittlungen auch versucht zu rekonstruieren, "wie rasch der Nebel da gewesen ist". Meteorologischer Nebel beginne nicht so schnell wie dies womöglich bei einer künstlich erzeugten Nebelwand der Fall sein könnte.

Der Behördensprecher hält es für möglich, dass im Laufe der Erhebungen auch der Abbrand eines entsprechenden Nebelkörpers analysiert und ein Windgutachten erstellt wird. Köhl verwies rund um die Verdachtsmomente gegen das Bundesheer primär darauf, dass der Sicherheitsabstand für die Zündung von Nebelhandgranaten nicht eingehalten worden sei.

Endbericht in neun Tagen
Die militärische Untersuchungskommission des Bundesheeres war weiter mit Untersuchungen beschäftigt. Ein Endbericht werde in neun Tagen erwartet, sagte Peter Barthou vom Verteidigungsministerium. Mit Hilfe der Nebelhandgranaten hätte bei der Übung ein Rückzug mit Sichtschutz simuliert werden sollen.

Am Donnerstag vergangener Woche war bei einer Kollision auf der A22 eine Frau getötet worden, sieben Personen wurden verletzt. Sieben Pkw waren in den Unfall verwickelt. In der Folge geriet das Bundesheer in die Kritik. In 260 Metern Entfernung zur Unfallstelle wurden auf einem Gelände anlässlich einer Nachtlehrvorführung Nebelhandgranaten gezündet.
(apa/red)

29.1.2009 14:34