Grünen-Zerreißprobe dank Voggenhuber?
"Solidaritätskandidatur" spaltet die Partei
- Antritt bei der EU-Wahl: Ländervertreter uneins
- Grünen-Vorstand fixiert heute EU-Kandidatenliste

·Voggenhuber macht eine Rolle rückwärts
Grünen-Urgestein tritt jetzt doch bei EU-Wahl an
·Vom EU-Gegner zum Unions-Befürworter
Voggenhuber seit 1995 in Brüssel aktiv gewesen
·Lunacek wird grüne EU-Spitzenkandidatin
Sieg bei Stichwahl gegen Johannes Voggenhuber
Partei-Urgestein und EU-Abgeordneter Johannes Voggenhuber scheint den Grünen eine Zerreißprobe zu bescheren. Auf seine angekündigte "Solidaritätskandiatur" bei der EU-Wahl im Juni reagieren Vertreter der Landesparteien zwiespältig. Eine Situation, durch die die Wahl der 36 noch freien EU-Listenplätze im heutigen Erweiterten Bundesvorstand (EBV) eine unerwartete Brisanz erhält.
33 Delegierte, bestehend aus Ländervertretern und dem neunköpfigen Bundesvorstand, entscheiden im EBV über die Kandidaten. Voggenhubers solidarischer Akt könnte in einer engen Wahlentscheidung gipfeln, haben Salzburg und Kärnten doch dessen Kandidatur positiv, Wien und Niederösterreich hingegen negativ beurteilt. Vorarlbergs Grünen-Sprecher Johannes Rauch äußerte sich zu dieser Causa nur zurückhaltend.
Dabei spielt Voggenhubers überraschende Kandidatur für den letzten Listenplatz eigentlich keine Rolle, werden die Grünen bei der EU-Wahl doch vermutlich nur zwei bis drei Mandate ergattern können. Es sei denn, er erhält sieben Prozent der Vorzugsstimmen, dann würde er auf den ersten Listenplatz gereiht werden. Bei seinem Bekanntheitsgrad kein Ding der Unmöglichkeit. Und dies würde bei den Grünen wohl ein größeres parteiinternes Chaos verursachen, das es zu verhindern gilt.
Bereits am 18. Jänner wurden im Bundeskongress die ersten sechs Plätze der Grünen-Liste fixiert, in einer Kampfabstimmung um den Spitzenkandidaten-Posten unterlag Voggenhuber damals Ulrike Lunacek. Daraufhin kündigte er an, nicht mehr anzutreten. Dessen "Salto rückwärts" wurde nun von Bundessprecherin Eva Glawischnig sowie Lunacek selbst hart kritisiert.
(Kim Son Hoang)
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