Mittwoch, 28. Jänner 2009

Festnahmen nach Tschetschenen-Mord:
Polizei verhaftet 7 männliche Verdächtige

  • Männer nach Razzia in 3 Bundesländern ausgeforscht
  • Staatsanwaltschaft verfügt über "Fülle an Beweisen"

Mehr als zwei Wochen nach dem Mord an dem Tschetschenen Umar Israilov hat die Polizei in Niederösterreich, Wien und Oberösterreich sieben Männer festgenommen. Die Verdächtigen stammen ausnahmslos aus Tschetschenien. Ihnen wird neben Beihilfe zum Mord das Schmieden eines Komplotts und die Beteiligung an organisierter Kriminalität zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bei Hausdurchsuchungen in Niederösterreich wurde zudem auch eine "heiße Spur" entdeckt: Zwei Patronenhülsen des Kalibers 7,65 mm - passend zur Mordwaffe. Genaueres wollte die Staatsanwaltschaft über Hintergründe zur Tat, die nach Angaben der Familie des Opfers politisch motiviert sein soll, nicht sagen.

"Fülle von Beweisen"
"Ob sich die unmittelbaren Täter unter den Festgenommenen befinden, ist noch nicht restlos klar", betonte Jarosch. Aussagen über eine gezielte Tötung Israilovs durch dessen Landsmänner seien nach wie vor nur in der Luft hängende Gerüchte. "Bis jetzt haben wir keinerlei Beweise in die eine oder andere Richtung", erklärte er. Eine "Fülle an Beweisen" seien bei den Durchsuchungen sichergestellt worden, diese müssten nun ausgewertet werden.

Umar Israilov war am 13. Jänner in Wien-Floridsdorf durch drei Schüsse getötet worden. Der politische Flüchtling hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des 27-Jährigen durch Männer des pro-russischen Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow. Weiters fand sich der Name des Mordopfers auf einer Liste im Internet, die angebliche Zielpersonen des russischen Geheimdienstes anführt.

Bereits wenige Stunden nach dem Mord war ein in Niederösterreich lebender Landsmann des Opfers festgenommen worden. Er soll den Tätern als Fahrer des Fluchtwagens gedient haben und bestritt bisher jede Tatbeteiligung.
(apa/red)

28.1.2009 19:49