Mittwoch, 28. Jänner 2009

Voggenhuber macht eine Rolle rückwärts:
Grünen-Urgestein tritt doch bei EU-Wahl an

  • Scharfe Kritik von Eva Glawischnig und Lunacek
  • Tritt aber "ab sofort" als Europasprecher zurück

Der grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber ist "ab sofort" nicht mehr Europasprecher seiner Partei. Er wird zwar auf der Grünen Liste von Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek kandidieren. Er werde aber "keinen Vorzugsstimmenwahlkampf" führen, erklärte er in Brüssel. Die Grüne Bundessprecherin Glawischnig äußerte hingegen Skepsis.

Voggenhuber sagte, er lege diese Funktion unverzüglich zurück, um der neuen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek die Möglichkeit zu geben, mit aller Autorität im Europäischen Bereich auftreten zu können. Außerdem kündigte Voggenhuber an, dass seine Stimme im Erweiterten Bundesvorstand der Grünen künftig von der zweiten Europaabgeordneten Eva Lichtenberger ausgeübt werden soll. Für die Grüne Liste von Lunacek werde er eine "Solidaritätskandidatur" auf dem letzten Listenplatz anzunehmen. Auf Nachfrage sagte Voggenhuber, dass dies der 16. Platz sei.

"100-Prozent-Kehrtwende"
Als "100-Prozent-Kehrtwende" hat unterdessen die grüne Bundessprecherin Glawischnig die Ankündigung des scheidenden Europasprechers Voggenhuber, eine "Solidaritätskandidatur" für die Liste von Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek abzugeben, kritisiert. Sie sei auch skeptisch darüber, was das bringen solle. "Ich habe keine Lust auf interne Streitereien bis Ende Juni", dies sei nicht zielführend, sagte Glawischnig.

Die grüne EU-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek hat die Ankündigung des Voggenhuber, eine Solidaritätskandidatur für ihre Liste abzugeben, ebenfalls kritisiert. "Er hat am Bundeskongress gesagt, er macht das nicht. Jetzt ändert er seine Meinung", aber "mehr sage ich dazu nicht", so Lunacek.

(apa/red)

28.1.2009 13:56