Dienstag, 27. Jänner 2009

'Killer von Strasshof' bekennt sich schuldig:
Urteil zu Vierfachmord heute noch möglich

  • Josef B. zeigte sich bereits im Vorfeld geständig
  • Ehemann seiner Nichte und Komplize auch angeklagt

Der 67-jährige Hauptangeklagte Josef B. hat sich im Prozess um den Vierfachmord in Strasshof am Landesgericht Korneuburg schuldig bekannt. Er soll am 1. Juli 2008 vier Verwandte erschossen haben. Als Beitragstäter muss sich ein 45-jähriger Verwandter verantworten. Er bekannte sich nicht schuldig. Das Urteil könnte noch am Dienstag fallen, auch wenn der Prozess für zwei Tage anberaumt wurde.

Josef B. hat laut Anklage zunächst seine 63-jährige Schwester und ihren vier Jahre älteren Ehemann in deren Haus in Strasshof erschossen. Danach habe habe er einige Straßen weiter seinen Bruder (65) und dessen Frau (59) in deren Anwesen getötet.

Der 67-Jährige hatte die Tat nach Darstellung der Anklagebehörde bereits ein Jahr zuvor geplant. Bei ihm habe sich jahrelang Hass aufgestaut. Die Schwester und deren Ehemann hätten Josef B. als Kinderschänder bezeichnet. Motiv für die tödlichen Schüsse dürfte ferner ein monatelanger Streit um die Wohnung seiner Schwester in Wien-Döbling gewesen sein, in der Josef B. gelebt hatte. Einen Tag vor der Tat war der unter einer schweren Augenkrankheit leidende Pensionist delogiert worden.

Katz- und Mausspiel mit der Polizei
Bei seiner sechswöchigen Flucht war nach den Morden war B. vorwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem Fahrrad unterwegs. Die Aufenthaltsorte - unter anderem in Tschechien und der Slowakei - habe er ohne bestimmtes Ziel und zufällig ausgesucht. Am 14. August wurde Josef B. auf einem Campingplatz beim Stausee Ottenstein im Waldviertel festgenommen.

Der 45-jährige Zweitangeklagte, Ehemann der Nichte von Josef B., soll diesem für die Tötung von zwei späteren Opfern die Ablöse einer Wohnung im Wert von 170.000 Euro versprochen haben. Das Geld hätte der 67-Jährige dann seinen Töchtern zukommen lassen wollen. (apa/red)

27.1.2009 17:19