Montag, 26. Jänner 2009

Schwere Vorwürfe nach tödlichem Unfall: Bundesheer-Nebelgranaten als Auslöser?

  • Frau bei A22-Unfall auf Donauuferautobahn verbrannt
  • Hilfeleistung der Rekruten angeblich untersagt worden

Nach einer tödlichen Karambolage auf der Donauuferautobahn (A22) in Korneuburg ist nicht auszuschließen, dass Nebelhandgranaten des Bundesheeres Mitursache für die Kollision waren. Wie Oberst Karl Kihszl vom Militärkommando NÖ sagte, ist seit Wochenanfang eine Untersuchungskommission diesbezüglich mit Befragungen beschäftigt.

Zu den bekannt gewordenen Vorwürfen von Rekruten, sie hätten am Unfallort nicht helfen dürfen, sagte Oberst Alfred Bischelmaier in der ORF-TV-Sendung "Niederösterreich heute", der Übungsleiter habe festgestellt, dass bereits genügend Einsatzfahrzeuge angerückt waren. Zum Schutz der Rekruten, die erst in ihrer zweiten Ausbildungswoche standen, wäre ein Hilfseinsatz auf der Autobahn unverantwortlich gewesen.

Am Montag wurden zunächst etwa 70 Personen befragt, die an der Nachtlehrvorführung am Donnerstagabend teilgenommen hatten. Das Gelände, auf dem den Rekruten die Wirkung von Signalmitteln und Nebelhandgranaten erläutert wurde, befindet sich 260 Meter von der Unfallstelle auf der A22 entfernt.

Sicherheitsbestimmungen werden untersucht
Untersucht wird nun unter anderem, ob die Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden. Es deutet zwar alles darauf hin, sollte dies aber nicht der Fall gewesen sein, "hat das Konsequenzen", so Kihszl. Er betonte, dass das Bundesheer eng mit der Behörde zusammenarbeitet. Man sei sehr an einer Klärung der Ursache interessiert.

Die Karambolage hatte ein Todesopfer und sieben Verletzte gefordert. Sieben Pkw waren in den Unfall verwickelt, drei standen in Flammen, in einem Fahrzeug wurde eine Frau eingeklemmt und verbrannte. In der Folge ermittelte die Exekutive, dass "vermutlich durch die Zündung pyrotechnischer Gegenstände" starker Rauch aufgetreten war. Laut ORF NÖ ermittelt die Staatsanwaltschaft Korneuburg wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. (apa/red)

26.1.2009 20:02